Kristallheilkunde · Steinporträt

Selenit (Marienglas)

Selenit ist ein Stein in Weiß, traditionell verbunden mit Ruhe, Intuition, Konzentration.

Selenit (Marienglas), ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Gips
Zusammensetzung
CaSO₄·2H₂O
Kristallsystem
Monoklin
Härte (Mohs)
2
Farbe
Weiß, durchscheinend
Chakra
Kronenchakra
Elemente
Luft/Äther
Tierkreis
Krebs

Selenit, mineralogisch betrachtet

Selenit ist die klar kristallisierte Varietät des Gipses, also wasserhaltiges Calciumsulfat. Er ist so weich, dass er die Stufe 2 der Mohsskala definiert: Dein Fingernagel ritzt ihn. Wichtig für den Alltag ist eine Unterscheidung: Die meisten Selenitstäbe im Handel sind Fasergips, auch Atlasspat genannt, mit seidigem Schimmer. Gleiche Familie, andere Textur.

Gips hält einen Weltrekord: In der Mine von Naica in Mexiko wuchsen in einer Höhle Selenitkristalle von über elf Metern Länge, unter den größten bekannten Naturkristallen überhaupt. Handelsware kommt vor allem aus Marokko, Mexiko und Oklahoma. Der Harz und der Thüringer Wald haben eigene berühmte Fundstellen.

Selenit, nach der Tradition

Der Selenit ist der Stein des reinen Raums und der Leichtigkeit. Die Tradition verbindet ihn mit einer Atmosphäre, die sich klärt, mit jenem Gefühl, Platz zum Atmen geschaffen zu haben und leichter zu fühlen. Sein durchscheinendes Weiß, seidig und leuchtend, erinnert an einen Schleier, den das Licht durchdringt, ohne darin gefangen zu bleiben. Viele lassen ihn gern in einer Meditationsecke liegen, manchmal als Platte, auf der andere Steine ruhen. Stell ihn dorthin, wo du die Luft auflockern möchtest, und lass ihn dich einladen, dich zu leeren, bevor du dich neu zentrierst. Halt ihn trocken, denn er bleibt lieber fern von Feuchtigkeit.

Affirmation„Ich öffne Raum für Klarheit.“

Marienglas, der Mondstein vor dem Mondstein

Der Name Selenit geht auf Selene zurück, die griechische Mondgöttin. Plinius beschrieb eine weiße, durchscheinende Selenitis, in der ein Mondbild zu- und abnehmen sollte; die Vorstellung wanderte fast unverändert durch die mittelalterlichen Steinbücher.

Der deutsche Name erzählt eine andere Geschichte. Marienglas heißt der blättrige Gips, weil man dünne, durchsichtige Platten davon über Marienbilder legte, um sie zu schützen und leuchten zu lassen. Die Marienglashöhle bei Friedrichroda im Thüringer Wald trägt daher ihren Namen und ist bis heute zu besichtigen. In Rom diente derselbe Stein als lapis specularis, als Fensterscheibe vor der Zeit des Glases.

Selenit anwenden

Ein Meditationsplatz; eine Platte, auf der andere Steine ruhen.

Reinigung

Klang, leichtes Räuchern, ein trockenes Tuch (kein Wasser).

Aufladen

Mondlicht, Intention; fernhalten von Feuchtigkeit.

Häufige Fragen

Darf Selenit ins Wasser?
Nein. Gips ist wasserlöslich; schon kurzer Kontakt lässt die Oberfläche stumpf und rau werden, längerer löst den Stein an. Trocken abstauben, mit einem weichen Pinsel oder einem trockenen Tuch, das genügt vollkommen.
Warum wird mein Selenitstab rau?
Meist durch Feuchtigkeit: Luftfeuchte im Bad, ein feuchter Lappen, ein Blumentopf daneben. Stell ihn trocken und kühl. Einmal angelöste Oberflächen lassen sich nicht wieder glätten.
Ist Selenit dasselbe wie Marienglas?
Beides ist Gips. Marienglas nennt man die blättrig spaltbaren, glasklaren Platten, Selenit im Handel meist die faserigen, seidig schimmernden Stäbe. Der Unterschied liegt in der Wuchsform, nicht in der Chemie.
Wie erkenne ich echten Selenit?
Am Gewicht und an der Weichheit. Er ist auffallend leicht, und dein Fingernagel hinterlässt eine Spur. Ein Selenitstab, der sich nicht ritzen lässt, ist keiner.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.