Kristallheilkunde · Steinporträt

Cölestin (Celestite)

Cölestin ist ein Stein in Blassblau, traditionell verbunden mit Ruhe, Intuition.

Cölestin (Celestite), ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Sulfat
Zusammensetzung
SrSO₄
Kristallsystem
Orthorhombisch
Härte (Mohs)
3–3.5
Farbe
Blassblau
Chakra
Kronenchakra
Elemente
Luft/Äther
Tierkreis
Waage

Cölestin, mineralogisch betrachtet

Cölestin ist ein Strontiumsulfat und zugleich die wichtigste Strontiumquelle der Welt. Eine schöne Ironie steckt darin: Der himmelblaueste Stein des Mineralreichs liefert das Element, das ein Feuerwerk rot färbt. Sein Blau wird meist auf natürliche Bestrahlung über geologische Zeiträume zurückgeführt.

Die Drusen im Handel stammen fast alle aus Sakoany bei Mahajanga auf Madagaskar: Taschen durchscheinender Kristalle in grauer Matrix. Schöne Stufen kommen auch aus Mexiko und aus Ohio. Mit Mohshärte 3 bis 3,5 und vollkommener Spaltbarkeit ritzt ihn schon ein harter Fingernagel, und beim kleinsten Stoß splittert er.

Cölestin, nach der Tradition

Der Cölestin ist ein Stückchen Himmel, das in der Hand ruht. Die Tradition verbindet ihn mit Sanftheit, mit Stille und mit einem etwas luftigen Frieden. Sein blasses Blau erinnert an die Ruhe des Morgens, wenn noch nichts drängt. Bewahr ihn in einer Ecke des Schlafzimmers oder des Meditationsraums auf, als ruhige Präsenz. Lass deinen Blick auf ihm ruhen, wenn der Geist unruhig wird und du versuchst, höher zu atmen.

Affirmation„Ich verbinde mich mit der Ruhe.“

Von Werner zur Riesengeode in Ohio

Den Namen gab Ende des 18. Jahrhunderts Abraham Gottlob Werner, der Freiberger Mineraloge, nach dem lateinischen caelestis, für dieses Blau eines Winterhimmels. Lange verwechselte man ihn mit dem Baryt, seinem Bariumvetter, den erst eine Analyse sicher unterscheidet. Nebenbei hat er eine ganz unromantische Karriere gemacht: Im späten 19. Jahrhundert holten deutsche Zuckerfabriken mit dem Strontianverfahren den Restzucker aus der Melasse.

Seine schönste Geschichte ist amerikanisch: 1897 stießen Arbeiter auf der Insel Put-in-Bay in Ohio beim Brunnengraben unter einem Weinkeller auf die Crystal Cave, eine Cölestingeode, groß genug, um darin zu stehen, ausgekleidet mit Kristallen von fast einem Meter. Sie gilt bis heute als die größte bekannte Geode der Welt und ist zu besichtigen.

Cölestin anwenden

Meditationsecke; meide Schmuck.

Reinigung

Klang, Räuchern; trockenes Tuch.

Aufladen

Mondlicht; Intention.

Häufige Fragen

Darf Cölestin ins Wasser?
Nein. Er ist weich, spaltet vollkommen und verliert im Wasser Glanz und Kanten. Ein weicher Pinsel für den Staub genügt vollkommen.
Warum verblasst mein Cölestin?
Durch Licht. Sein zartes Blau bleicht unter UV-Strahlung aus, und das ist nicht umkehrbar. Eine Vitrine abseits des Fensters erhält die Farbe.
Warum brechen die Kristallspitzen so leicht ab?
Weil Cölestin vollkommen spaltet und nur Mohshärte 3 bis 3,5 hat. Fasse Drusen immer an der Matrix an, nie an den Spitzen.
Was ist der Unterschied zwischen Cölestin und Baryt?
Die Chemie: Strontium statt Barium. Von außen sind sie kaum zu unterscheiden, doch Baryt ist spürbar schwerer.
Heißt der Stein nun Cölestin, Coelestin oder Zölestin?
Alle drei Schreibweisen sind im deutschen Sprachraum gebräuchlich und meinen dasselbe Strontiumsulfat. Die Fachliteratur schreibt meist Coelestin oder Zölestin, der Steinhandel häufig Cölestin. Der Wortstamm ist immer derselbe: caelestis, himmlisch.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.