Kristallheilkunde · Steinporträt

Prehnit

Prehnit ist ein Stein in Blassgrün, traditionell verbunden mit Ruhe, Intuition, Loslassen.

Prehnit, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Schichtsilikat
Zusammensetzung
Ca₂Al(AlSi₃O₁₀)(OH)₂
Kristallsystem
Orthorhombisch
Härte (Mohs)
6–6.5
Farbe
Blassgrün
Chakra
Herzchakra, Solarplexuschakra
Elemente
Erde
Tierkreis
Waage

Prehnit, mineralogisch betrachtet

Prehnit ist ein Calcium-Aluminium-Silikat, das nur selten schöne Einzelkristalle bildet. Meist tritt er in rundlichen, traubigen Massen auf, wie zusammengewachsene grüne Weinbeeren. Seine Farbe, blassgrün bis grüngelb, kommt von Eisenspuren; die milchige, fast wächserne Durchscheinigkeit macht seinen Reiz aus.

Er wächst in den Hohlräumen vulkanischer Gesteine, in guter Gesellschaft: Zeolithe, Epidot, gelegentlich gediegenes Kupfer. Die schwarzen oder dunkelgrünen Nadeln in manchen Stücken sind eben dieser Epidot, bei Sammlern sehr gesucht. Bekannte Vorkommen liegen in Mali, Australien, Südafrika, China und Schottland; auch die Alpen haben schöne Stufen geliefert.

Prehnit, nach der Tradition

Der Prehnit trägt den blassgrünen Ton des Morgentaus, durchscheinend und beruhigend. Die Tradition verbindet ihn mit innerer Ruhe, mit Intuition und mit jener Fähigkeit, mit Zärtlichkeit Klarheit zu schaffen, ohne Härte gegen dich selbst. Seine sanfte Farbe erinnert an einen erwachenden Garten, wenn die Luft noch frisch und still ist. Halt ihn während einer Meditation in der Hand oder leg ihn nahe bei dich, während du deine Gedanken aufschreibst. Behalt ihn griffbereit, wenn du klarer sehen möchtest, ohne aufzuhören, sanft mit dir zu sein.

Affirmation„Ich schaffe Klarheit mit Zärtlichkeit.“

Das erste Mineral mit einem Personennamen

Prehnit hat eine Besonderheit in seinem Namen: Er ist das erste Mineral der Geschichte, das nach einem Menschen benannt wurde. Der niederländische Oberst Hendrik von Prehn brachte Proben vom Kap der Guten Hoffnung mit, und Abraham Gottlob Werner beschrieb und taufte ihn 1788 in Freiberg. Vorher trugen Steine Namen von Orten, Farben oder Göttern; danach haben sich die Mineralogen nicht mehr zurückgehalten.

Die ehrliche Folge daraus: Prehnit hat keine zweitausend Jahre Legenden hinter sich. Kein antikes Amulett, kein mittelalterlicher Talisman. Was ihm heute zugeschrieben wird, stammt im Wesentlichen aus der zeitgenössischen Steinkunde. Das ist eine junge Überlieferung, und es gehört zum Respekt vor ihr, das auch zu sagen.

Prehnit anwenden

Meditation, introspektives Schreiben.

Reinigung

Räuchern, Klang; kurz Wasser, danach abtrocknen.

Aufladen

Mondlicht; Intention.

Häufige Fragen

Darf Prehnit ins Wasser?
Kurz ja, mit Mohshärte 6 bis 6,5 ist er ausreichend robust. Lange Bäder, Salz und Ultraschall meidest du, weil er häufig feine Risse und Einschlüsse hat.
Was sind die schwarzen Nadeln in meinem Prehnit?
Meist Epidot, ein dunkelgrünes bis schwarzes Silikat, das mit ihm zusammen wächst. Es ist kein Fehler, sondern für viele Sammler das Interessanteste am Stein.
Verblasst Prehnit?
In starker Sonne kann sein Grüngelb über Jahre matter werden. Hell, aber ohne direkte Einstrahlung aufbewahren.
Warum sieht Prehnit aus wie eine Weintraube?
Weil er botryoidal wächst, also in kugeligen Aggregaten, die sich aus vielen radialstrahligen Nadeln aufbauen. Das Wort stammt vom griechischen botrys, Weintraube.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.