Kristallheilkunde · Steinporträt

Rauchquarz

Rauchquarz ist ein Stein in Durchscheinendes Braun bis Schwarz, traditionell verbunden mit Erdung, Schutz, Loslassen.

Rauchquarz, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Quarz (braune Varietät)
Zusammensetzung
SiO₂
Kristallsystem
Trigonal
Härte (Mohs)
7
Farbe
Durchscheinendes Braun bis Schwarz
Chakra
Wurzelchakra
Elemente
Erde
Tierkreis
Steinbock

Rauchquarz, mineralogisch betrachtet

Rauchquarz ist chemisch nichts anderes als Bergkristall, also Siliciumdioxid. Seine Farbe hat eine erstaunliche Ursache: Aluminiumspuren im Kristallgitter werden durch die natürliche Strahlung des Nebengesteins, oft schwach radioaktiver Granit, zu Farbzentren umgebaut. Es dauert Jahrtausende in diesem stillen Bad, bis ein Kristall rauchig wird. Die fast schwarze Varietät heißt Morion.

Die alpinen Klüfte der Schweiz und Österreichs liefern berühmte Stufen, dazu Brasilien, Madagaskar, Colorado und die schottischen Cairngorms. Eines muss man über den Markt wissen: Ein Teil der Handelsware sind künstlich bestrahlte Bergkristalle. Das Verfahren ahmt die Natur nach, aber ein sehr dunkler, völlig gleichmäßiger und billiger Stein hat gute Chancen, aus dem Labor zu stammen.

Rauchquarz, nach der Tradition

Der Rauchquarz trägt einen durchscheinenden, fast rauchig gefärbten Braunton, und die Tradition sieht ihn als Erdungsstein, der hilft, wieder festen Boden unter den Füßen zu finden. Man schreibt ihm die Geste zu, das aufzunehmen, was dich beschwert, damit es sich lösen kann, so wie du nach einem langen Tag einen Seufzer entweichen lässt. Es tut gut, ihn am Abend in der hohlen Hand zu halten, wenn du das Bedürfnis spürst, die angesammelte Last loszulassen. Trag ihn an dichten Tagen in der Tasche, oder halt ihn während der Meditation nahe bei dir, um dich stabiler und präsenter zu fühlen. Seine dunkle Farbe lädt zu Ruhe und einem sanften Loslassen ein.

Affirmation„Ich lasse los, was mich beschwert.“

Von den Strahlern zu den Cairngorms

In den Alpen ist der Rauchquarz der Stein der Strahler. Seit Jahrhunderten öffnen sie die Kluftöfen der Granitwände, manchmal am Seil über dem Abgrund, und holen braune Kristallgruppen heraus. Im deutschen Handel des 19. Jahrhunderts lief er unter dem falschen, aber hartnäckigen Namen Rauchtopas.

In Schottland heißt er Cairngorm, nach dem Gebirge, in dem man ihn auflas; er schmückt Kiltbroschen und die Griffe der sgian-dubh. Und noch unerwarteter: Im China des 12. Jahrhunderts schliff man aus Rauchquarz flache Gläser, die man vor die Augen hielt. Schutz vor Blendung, aber nicht nur, denn Richter sollen damit ihren Blick bei Verhandlungen verborgen haben.

Rauchquarz anwenden

Tasche, Meditation, das Ende des Tages.

Reinigung

Ein Abspülen, Räuchern, Klang.

Aufladen

Die Erde (in ein Tuch gehüllt), Mondlicht; Intention.

Häufige Fragen

Ist Rauchquarz radioaktiv?
Nein. Die Strahlung, die ihn färbt, hat vor sehr langer Zeit im Gestein gewirkt; der Kristall selbst gibt nichts ab. Auch künstlich bestrahlte Steine werden vor dem Verkauf freigemessen.
Was ist Rauchtopas?
Ein alter Handelsname für Rauchquarz, der mit echtem Topas nichts zu tun hat. Steht er auf einem Etikett, hältst du fast sicher Quarz in der Hand.
Woran erkenne ich künstlich bestrahlten Rauchquarz?
An sehr gleichmäßiger, tiefschwarzer Farbe bei niedrigem Preis. Natürliche Steine sind meist zoniert, mit hellerer Basis und dunkleren Spitzen.
Verblasst Rauchquarz?
Bei starker Sonne ja, langsam. UV-Licht baut die Farbzentren ab. Ein Regal abseits des Fensters erhält den Ton über Jahre.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.