Kristallheilkunde · Steinporträt

Lepidolith

Lepidolith ist ein Stein in Flieder, traditionell verbunden mit Ruhe, Loslassen, Selbstliebe.

Lepidolith, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Glimmer (Lithium)
Zusammensetzung
Lithiumreicher Glimmer (variabel)
Kristallsystem
Monoklin
Härte (Mohs)
2.5–3
Farbe
Flieder, veilchenrosa
Chakra
Kronenchakra, Herzchakra
Elemente
Luft/Wasser
Tierkreis
Waage

Ein Glimmer in Flieder

Lepidolith gehört zu den Glimmern, jenen Schichtsilikaten, deren Blättchen sich manchmal mit dem Fingernagel abheben lassen. Sein Flieder stammt von Manganspuren, der perlmuttartige, fast glitzernde Glanz von tausenden Lamellen, die das Licht zurückwerfen. Mit Mohshärte 2,5 bis 3 zählt er zu den weichsten Steinen im Handel.

Er wächst in Pegmatiten, jenen grobkristallinen Adern, in denen sich seltene Elemente sammeln, oft in Gesellschaft von rosa Turmalin und Quarz. Bekannte Vorkommen liegen in Brasilien, in Minas Gerais, auf Madagaskar, in Kalifornien und in Tschechien. Er ist zugleich ein Lithiumerz und damit ein Rohstoff, der für Batterien strategisch geworden ist.

Lepidolith, nach der Tradition

Der Lepidolith zeigt sich in wunderschönen Flieder- und Veilchenrosatönen, und die Tradition sieht ihn als beruhigenden Stein, der dich zur Ruhe zurückführt. Man schreibt ihm die Gabe zu, das Loslassen zu begleiten, wie ein gesetzter Atem, der hilft, den Geist am Ende des Tages zur Ruhe zu bringen. Es ist ein Stein, den viele für den Abend oder die Meditation aufbewahren, wenn die Zeit kommt, die angesammelte Spannung zu befreien. Halt ihn vor dem Einschlafen in der Hand, und lass seine Absicht dich daran erinnern, dass du die Erlaubnis hast, langsamer zu werden und gütig mit dir zu sein. Sein zarter Ton lädt zu Gelassenheit und Wohlwollen dir selbst gegenüber ein.

Affirmation„Ich lasse los und finde zur Ruhe zurück.“

Vom Lilalith zum Rubidium

Zuerst hieß er Lilalith, Lilastein. Der Berliner Chemiker Martin Heinrich Klaproth taufte ihn 1792 in Lepidolith um, nach dem griechischen lepis, Schuppe, eine Verbeugung vor seinen Blättchen. Der poetische Name verlor, der genaue blieb.

Seine große Stunde schlägt 1861 in Heidelberg: Robert Bunsen und Gustav Kirchhoff untersuchen einen sächsischen Lepidolith mit dem Spektroskop und entdecken darin ein unbekanntes Element, das Rubidium, ein Jahr nach dem Caesium. Dieser kleine fliederfarbene Glimmer hat also das Periodensystem vergrößert. Für einen Stein, den man heute als Begleiter ruhiger Abende verkauft, ist das nicht wenig.

Lepidolith anwenden

Abends, Meditation; meide freiliegenden Schmuck.

Reinigung

Klang, Räuchern; ein trockenes Tuch.

Aufladen

Mondlicht; Intention.

Häufige Fragen

Darf Lepidolith ins Wasser?
Besser nicht. Er ist weich, blättrig und saugt sich zwischen den Schichten voll; danach lösen sich Lamellen. Trocken abstauben ist die richtige Pflege.
Warum blättert mein Lepidolith?
Weil Glimmer nach einer Richtung vollkommen spaltet. Druck, Feuchtigkeit oder ein Sturz genügen, damit sich Schichten lösen. Getrommelte Stücke sind stabiler als rohe Platten.
Enthält Lepidolith wirklich Lithium?
Ja, er ist ein Lithiumglimmer und wird stellenweise als Erz abgebaut. Im Stein ist das Lithium fest gebunden und bleibt dort auch, wenn du ihn in der Hand hältst.
Was liest die Überlieferung im Lepidolith?
Ein Herunterschalten am Abend. Man legt ihn auf den Nachttisch, als kleines Zeichen dafür, dass der Tag zu Ende sein darf.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.