Kristallheilkunde · Steinporträt

Karneol

Karneol ist ein Stein in Orange, traditionell verbunden mit Energie, Kreativität, Selbstvertrauen.

Karneol, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Chalcedon (mikrokristalliner Quarz)
Zusammensetzung
SiO₂
Kristallsystem
Trigonal (Quarz)
Härte (Mohs)
6.5–7
Farbe
Orange, Rot
Chakra
Sakralchakra
Elemente
Feuer
Tierkreis
Widder, Löwe

Karneol, mineralogisch betrachtet

Karneol ist ein Chalcedon, also mikrokristalliner Quarz, dessen Orange von fein verteiltem Eisenoxid stammt. Je mehr Eisen und je stärker oxidiert, desto weiter rutscht die Farbe ins Rotbraun. Die Grenze zum Sarder, seinem dunkleren Zwilling, ist eine Frage der Nuance und nicht der Art.

Erwärmung vertieft seine Farbe, und die Menschheit weiß das seit der Antike. In Gujarat legt man Rohsteine seit Jahrhunderten in die Sonne oder ins milde Feuer. Auch der größte Teil der heutigen Ware aus Brasilien, Uruguay, Indien und Madagaskar ist gebrannter Chalcedon. Das ist Handwerkstradition, keine Täuschung.

Karneol, nach der Tradition

Der Karneol ist der Stein des schöpferischen Schwungs und der Lust am Handeln. Die Tradition verbindet ihn mit Energie, die in Bewegung kommt, mit jener Freude am Tun und Erschaffen, die den Mut zum Wagen wärmt. Seine Farbe, die von Orange bis Rot reicht, erinnert an eine lebendige Glut, warm und unverstellt. Halt ihn nahe vor körperlicher Anstrengung, einer Phase kreativer Arbeit oder bevor du dich zeigst. Halt ihn, wenn du deine Vitalität und Begeisterung neu entfachen willst, und lass ihn dich einladen, mit Vergnügen zu handeln, ohne allzu viel nachzudenken.

Affirmation„Ich handle mit Freude.“

Der Stein der Siegel

Wenige Steine haben einen so langen Lebenslauf. In Ägypten bildete Karneol zusammen mit Lapislazuli und Türkis den klassischen Dreiklang des Königsschmucks und wurde seit vordynastischer Zeit zu Perlen, Amuletten und Einlagen verarbeitet; in Mesopotamien zu Rollsiegeln; in Rom zu Siegelringen, aus einem sehr praktischen Grund: Warmes Wachs haftet nicht an seiner polierten Fläche.

Die islamische Überlieferung berichtet, der Siegelring des Propheten Muhammad sei mit einem Karneol besetzt gewesen, was ihn in der ganzen islamischen Welt beliebt machte. In Idar-Oberstein wurde das Brennen von Achat zu Karneol im 19. Jahrhundert zu einer eigenen Kunst; die Steine kamen als brasilianische Rohware an und gingen als Karneol wieder hinaus.

Karneol anwenden

Vor dem Sport, kreativer Arbeit, dem Sich-Zeigen.

Reinigung

Ein Abspülen, Räuchern, Klang.

Aufladen

Sanfte Sonne, Mondlicht; Intention.

Häufige Fragen

Ist Karneol gefärbt oder gebrannt?
Meist gebrannt, und das ist seit der Antike üblich. Gefärbte Ware gibt es auch: Sie verrät sich durch einen sehr gleichmäßigen, fast tomatenroten Ton und durch Farbe, die sich in Rissen sammelt. Naturbelassener Karneol ist wolkig.
Wie unterscheide ich Karneol von Achat?
Karneol ist ein einfarbiger, durchscheinender Chalcedon. Zeigt der Stein deutliche Bänder, ist es ein Achat. Beides ist Quarz, der Unterschied liegt allein in der Zeichnung.
Darf Karneol ins Wasser?
Ja, kurz abspülen ist unproblematisch. Salzwasser meidest du, es setzt sich in Poren und mattiert die Oberfläche.
Wofür steht Karneol in der Überlieferung?
Für Tatkraft und für eine Stimme, die nicht zittert. Man gibt ihn Menschen mit, die etwas beginnen wollen und den ersten Schritt immer wieder aufschieben.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.