Kristallheilkunde · Steinporträt

Bergkristall

Bergkristall ist ein Stein in Farblos/durchsichtig, traditionell verbunden mit Konzentration, Energie, Intuition.

Bergkristall, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Quarz
Zusammensetzung
SiO₂
Kristallsystem
Trigonal
Härte (Mohs)
7
Farbe
Farblos/durchsichtig
Chakra
Alle
Elemente
Alle
Tierkreis
Alle

Bergkristall, mineralogisch betrachtet

Quarz ist eines der häufigsten Minerale der Erdkruste, und der Bergkristall ist seine reinste Erscheinung: Siliciumdioxid, das genug Zeit hatte, in sechsseitigen Prismen mit spitzem Kopf zu wachsen. Wird er milchig, stecken mikroskopische Einschlüsse von Wasser und Gas darin. Mohshärte 7, muscheliger Bruch, keine Spaltbarkeit.

Man findet ihn fast überall: in alpinen Klüften, in Brasilien, auf Madagaskar, in Arkansas. Die alpinen Kristalle sind für ihre Klarheit berühmt, und sie haben einen eigenen Berufsstand hervorgebracht: die Strahler, die seit Jahrhunderten in den Granitwänden nach Klufthohlräumen suchen, die sie Öfen nennen.

Bergkristall, nach der Tradition

Der Bergkristall, auch Kristallquarz genannt, ist der Stein der Klarheit und der Absicht. Die Tradition sieht ihn als Verstärker von allem, was du in dir trägst, eine klare Präsenz, die hilft, sich neu zu zentrieren und deutlicher zu sehen. Seine Durchsichtigkeit erinnert an einen von Nebel befreiten Geist, an ein stilles Wasser, in dem sich das Spiegelbild wieder klar zeigt. Stell ihn auf einen Altar, in ein Kristallgitter oder trag ihn bei dir; halt ihn während der Meditation, um zu benennen, was du wachsen lassen willst. Vertrau ihm eine einfache Absicht an, und lass ihn dich zu deiner Mitte zurückbringen, wenn du dich verzettelst.

Affirmation„Ich kläre meine Absicht und bleibe zentriert.“

Geschichte und Überlieferung

Krystallos heißt auf Griechisch Eis. Plinius der Ältere hielt Bergkristall für Eis, das so lange gefroren war, dass es nicht mehr schmelzen konnte. Der Irrtum steckt bis heute im Wort Kristall, und im deutschen Namen klingt er nach: Eis aus dem Berg.

In der Zeit der fürstlichen Kunstkammern war geschliffener Bergkristall der Stoff für Prunkgefäße, und Freiburg im Breisgau gehörte neben Mailand und Prag zu den Zentren dieser Schleifkunst. Die Wissenschaft hat dem Stein später tatsächlich eine Schwingung nachgewiesen: 1880 entdeckten die Brüder Curie die Piezoelektrizität des Quarzes. Sie ist der Grund, warum in deiner Uhr ein Quarz den Takt gibt.

Bergkristall anwenden

Meditation, Altar, Kristallgitter, Schmuck.

Reinigung

Ein Abspülen, Räuchern, Klang.

Aufladen

Sanftes Mond- oder Sonnenlicht, eine Druse; Intention.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Bergkristall von Glas?
Bergkristall ist gewachsen, Glas gegossen. Der Kristall fühlt sich kühler an, erwärmt sich langsamer, zeigt oft feine Wachstumsstreifen oder Schleier im Inneren und ritzt Fensterglas. Glas verrät sich durch runde Bläschen und Gussnähte.
Darf Bergkristall in die Sonne?
Kurz ja, lange besser nicht. Der Stein selbst verändert sich kaum, aber eine Kugel wirkt wie ein Brennglas und kann auf Holz oder Textil Brandflecken setzen. Kugeln gehören nie in die direkte Sonne.
Woher kommen die Bergkristalle im Handel?
Ein großer Teil aus Brasilien und Madagaskar, dazu Arkansas in den USA. Alpine Stufen aus der Schweiz und aus Österreich sind Sammlerware und entsprechend teuer.
Was ist ein Strahler?
So heißen im Alpenraum die Menschen, die Bergkristall aus Klüften bergen. Der Beruf ist Jahrhunderte alt, verlangt echte Bergerfahrung und ist in Teilen der Schweiz bis heute an eine Bewilligung gebunden.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.