Kristallheilkunde · Steinporträt

Aquamarin

Aquamarin ist ein Stein in Hellblau, traditionell verbunden mit Kommunikation, Ruhe, Selbstvertrauen.

Aquamarin, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Beryll
Zusammensetzung
Be₃Al₂Si₆O₁₈
Kristallsystem
Hexagonal
Härte (Mohs)
7.5–8
Farbe
Hellblau
Chakra
Kehlchakra
Elemente
Wasser
Tierkreis
Fische

Ein Beryll in Meerblau

Aquamarin ist ein Beryll, ein Silikat von Beryllium und Aluminium, genau wie der Smaragd; nur der Farbträger ist ein anderer. Hier ziehen Eisenspuren den Kristall ins Blau, dort macht Chrom das Grün des Smaragds und Mangan das Rosa des Morganits. Eine Familie, drei Charaktere.

Er wächst in sechsseitigen Prismen, die gewaltig werden können: Der Dom Pedro, aus einem brasilianischen Kristall zu einem Obelisken geschliffen, wiegt über zehntausend Karat und steht in der Smithsonian Institution; geschliffen hat ihn Bernd Munsteiner aus Idar-Oberstein. Wichtige Vorkommen liegen in Brasilien, in Minas Gerais, sowie in Pakistan, auf Madagaskar und in Nigeria. Viele Handelssteine werden erhitzt, um den Grünstich zu nehmen, ein stabiles und seit langem übliches Verfahren.

Aquamarin, nach der Tradition

Der Aquamarin trägt den hellen Ton ruhiger Gewässer, ein durchsichtiges Blau, das die Tradition mit der Kehle und dem gelassenen Wort verbindet. Man verbindet ihn mit einer gefestigten Ausdrucksweise, mit jener Art, die Dinge ohne Eile zu sagen, aus einem inneren Ort heraus, der sich beruhigt hat. Seine Farbe erinnert an das ruhige Meer im ersten Morgenlicht, fließend und klar. Trag ihn als Schmuck oder halt ihn nahe bei dir, bevor du das Wort ergreifst oder vor einer Präsentation. Halt ihn einen Moment in der Hand und stell dir deine Worte vor, wie sie sanft fließen, klar und ohne zu stocken.

Affirmation„Ich spreche in Gelassenheit.“

Der Talisman der Seefahrer

Die Römer kannten ihn gut; Plinius lobte bereits jene Berylle, die das Meer nachahmen. Seeleute nahmen ihn als Unterpfand für ruhige See und sichere Heimkehr an Bord. George Frederick Kunz berichtet 1913, man habe ihn für den Schatz der Sirenen gehalten, aus ihren versunkenen Truhen gefischt.

Deutschsprachige Spuren gibt es auch. Idar-Oberstein lebt seit dem 19. Jahrhundert von brasilianischem Beryll, und die kantige, moderne Schleifschule, die dort mit Bernd Munsteiner entstand, hat den Aquamarin weltweit neu in Szene gesetzt. Sein Rang als Geburtsstein des März ist dagegen ganz jung: Er stammt von der Liste, die amerikanische Juweliere 1912 aufstellten.

Aquamarin anwenden

Schmuck, vor einer Präsentation.

Reinigung

Ein Abspülen, Räuchern, Klang.

Aufladen

Mondlicht; Intention.

Häufige Fragen

Ist mein Aquamarin erhitzt?
Sehr wahrscheinlich ja. Fast alle Handelssteine werden schonend erhitzt, um den Grünstich zu entfernen. Die Behandlung ist dauerhaft, allgemein anerkannt und muss auf Nachfrage genannt werden.
Darf Aquamarin ins Wasser?
Ja, mit Mohshärte 7,5 bis 8 ist er robust. Ultraschall und Dampf meidest du bei Steinen mit Rissen oder Einschlüssen, weil dabei Spannungen entstehen.
Warum ist mein Aquamarin so blass?
Weil sattes Blau selten ist. Der Großteil des Materials ist zart gefärbt, kräftige Steine kosten ein Vielfaches. Größere Steine wirken zudem farbintensiver als kleine.
Verblasst Aquamarin in der Sonne?
Ja, langsam. Starkes UV-Licht kann die Farbe über Jahre abschwächen. Ein Schmuckkästchen ist der bessere Aufbewahrungsort als die Fensterbank.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.