Kristallheilkunde · Steinporträt

Rhodonit

Rhodonit ist ein Stein in Rosa/Rot mit schwarzer Äderung, traditionell verbunden mit Selbstliebe, Loslassen, Ruhe.

Rhodonit, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Mangansilikat
Zusammensetzung
MnSiO₃
Kristallsystem
Triklin
Härte (Mohs)
5.5–6.5
Farbe
Rosa/Rot mit schwarzer Äderung
Chakra
Herzchakra
Elemente
Erde
Tierkreis
Stier

Rhodonit, mineralogisch betrachtet

Rhodonit ist ein Mangansilikat, und sein Rosa kommt vom Mangan selbst, das fest zur Formel gehört und nicht bloß als Verunreinigung mitläuft. Die schwarzen Adern und Dendriten, die ihn durchziehen, sind Manganoxide, entstanden bei der Verwitterung entlang seiner Risse. Sein bekanntester Makel ist in Wahrheit seine Signatur.

Beschrieben wurde er 1819 an Material aus dem Harz, doch seine großen Vorkommen liegen anderswo: der russische Ural für ornamentale Massen, Broken Hill in Australien für die seltenen durchsichtigen roten Kristalle, um die Sammler sich reißen, dazu Brasilien, Peru und Madagaskar für Handelsware.

Rhodonit, nach der Tradition

Der Rhodonit vermischt ein warmes Rosa mit feinen schwarzen Äderungen, wie eine Zärtlichkeit, die von Tiefe durchzogen ist. Die Tradition verbindet ihn mit Mitgefühl, mit Sanftheit dir selbst gegenüber und jener Lust, das Herz zu besänftigen und Groll loszulassen. Seine Farbe erinnert an eine rosafarbene Morgendämmerung, innig und tröstlich. Leg ihn während einer Meditation auf dein Herz, oder trag ihn an empfindsamen Tagen in der Tasche. Nimm ihn an, wenn du dich für Güte entscheidest, anderen gegenüber wie dir selbst.

Affirmation„Ich wähle Mitgefühl.“

Der Prunkstein des Urals

Im Ural bei Jekaterinburg wurde er im 18. Jahrhundert entdeckt und dort orlez genannt, Adlerstein. Von da an stieg er zu einem der mineralischen Wahrzeichen Russlands auf. Die kaiserlichen Steinschleifereien fertigten daraus monumentale Vasen, Säulen und Tischplatten; sogar die Moskauer Metrostation Majakowskaja trägt Verkleidungen davon.

Sein erstaunlichstes Stück ist ein Grab. Der Sarkophag der Kaiserin Maria Alexandrowna in der Peter-und-Paul-Kathedrale von Sankt Petersburg wurde aus einem einzigen, viele Tonnen schweren Rhodonitblock gearbeitet, über Jahre hinweg. Auf der anderen Seite der Welt erklärte Massachusetts ihn 1979 zu seinem offiziellen Staatsstein.

Rhodonit anwenden

Meditation auf dem Herzen; Tasche.

Reinigung

Klang, Räuchern; kurz Wasser, danach abtrocknen.

Aufladen

Mondlicht; Intention.

Häufige Fragen

Woher kommen die schwarzen Adern im Rhodonit?
Von Manganoxiden, die sich bei der Verwitterung entlang von Rissen abgesetzt haben. Sie gehören zum Stein und sind kein Qualitätsmangel; viele schätzen gerade dieses Netzmuster.
Darf Rhodonit ins Wasser?
Kurz ja, aber sparsam. Mit Mohshärte 5,5 bis 6,5 ist er mittelhart, die manganoxidhaltigen Adern sind jedoch weicher und können auswaschen. Abspülen, sofort trocknen.
Wie unterscheide ich Rhodonit von Rhodochrosit?
An Zeichnung und Härte. Rhodochrosit ist ein Carbonat, deutlich weicher und meist in rosaweißen Bändern gestreift. Rhodonit ist härter und zeigt schwarze Adern.
Was liest die Überlieferung im Rhodonit?
Versöhnung mit sich selbst nach einer Kränkung. Ein Stein für Tage, an denen man alte Geschichten weglegen möchte, ohne sie zu leugnen.
Woher kommt der Name Rhodonit?
Vom griechischen rhodon, die Rose, wegen der Farbe. Benannt wurde er 1819 vom Harzer Bergbeamten Christoph Friedrich Jasche, der ihn an Material aus dem Harz beschrieb.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.