Kristallheilkunde · Steinporträt

Schwarzer Turmalin (Schörl)

Schwarzer Turmalin ist ein Stein in Schwarz, traditionell verbunden mit Schutz, Erdung, Loslassen.

Schwarzer Turmalin (Schörl), ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Turmalin
Zusammensetzung
Komplexes Borosilikat (Schörl)
Kristallsystem
Trigonal
Härte (Mohs)
7–7.5
Farbe
Schwarz
Chakra
Wurzelchakra
Elemente
Erde
Tierkreis
Steinbock

Schörl, mineralogisch betrachtet

Schörl ist die eisenreiche Varietät des Turmalins, und das Eisen macht sein Tiefschwarz. Er stellt allein rund 95 Prozent aller natürlichen Turmaline; die rosa und grünen Steine der Juweliere sind die Ausnahmen der Familie. Seine Kristalle wachsen als langgestreckte Prismen, längs gestreift wie schwarzes Holz.

Seine Chemie ist so verwickelt, dass John Ruskin 1890 spottete, sie ähnele eher dem Rezept eines mittelalterlichen Arztes als der Formel eines anständigen Minerals. Bor, Aluminium, Eisen, Natrium und eine ganze Gästeschar mischen sich darin. Schöne Schörle kommen aus Brasilien, Madagaskar, Pakistan und Namibia.

Schwarzer Turmalin, nach der Tradition

Der schwarze Turmalin ist der Stein der Erdung und der gezogenen Grenzen. Die Tradition beschreibt ihn als eine umhüllende Präsenz, die hilft, sich geschützt und fest im Boden verwurzelt zu fühlen, besonders wenn die Atmosphäre ringsum schwer wird. Sein mattes, tiefes Schwarz erinnert an eine Wurzel, an einen stabilen Halt, auf dem du das Gewicht des Tages ablegen kannst. Leg ihn nahe der Eingangstür, trag ihn in der Tasche, oder stell ihn neben deinen Arbeitsplatz. Nimm ihn an, wenn du ein Gefühl von Sicherheit zurückgewinnen musst, und lass ihn dich daran erinnern, dass du das Recht hast, deine eigenen Grenzen zu ziehen.

Affirmation„Ich fühle mich geschützt und geerdet.“

Ein Stein, der wirklich elektrisch ist

Das Wort Turmalin stammt aus dem Singhalesischen, turamali, gemischte Steine: So hießen die bunten Edelsteinlose, die um 1700 aus Ceylon nach Europa kamen. Der Name Schörl ist älter und deutsch. Er stammt aus der Bergmannssprache des Erzgebirges, und der Ort Zschorlau bei Schneeberg gilt als sein Ursprung.

Im 18. Jahrhundert nannten ihn niederländische Händler Aschenzieher: Am Ofen erwärmt, lädt sich Turmalin elektrisch auf und zieht Asche und Staub an, praktisch zum Ausklopfen einer Pfeife. Diese Pyroelektrizität ist real und messbar. Johann Georg Schmidt beschrieb sie 1707 auf Deutsch, und sie faszinierte die Gelehrten der Aufklärung: ein Stein, der auf Wärme antwortet.

Schwarzer Turmalin anwenden

Nahe der Eingangstür, in der Tasche, am Arbeitsplatz.

Reinigung

Ein kurzes Abspülen mit Wasser, Räuchern, Klang.

Aufladen

Mondlicht; die Erde (eingehüllt in ein Tuch); Intention.

Häufige Fragen

Ist Schwarzer Turmalin magnetisch?
Nein. Er ist pyroelektrisch und piezoelektrisch: Wärme und Druck erzeugen eine elektrische Ladung an seinen Kristallenden. Das ist Physik, kein Magnetfeld, und mit einem Kompass wirst du nichts messen.
Darf Schwarzer Turmalin ins Wasser?
Kurz ja, mit Mohshärte 7 bis 7,5 ist er robust. Riss- und einschlussreiche Rohstücke bürstest du besser trocken ab, weil Wasser in den Längsrissen stehen bleibt.
Was ist der Unterschied zwischen Schörl und Turmalinquarz?
Turmalinquarz ist Bergkristall, in dem schwarze Schörlnadeln stecken. Zwei Minerale in einem Stein, und ein beliebtes Motiv, weil Klarheit und Schwarz sich darin durchdringen.
Warum gilt Schwarzer Turmalin als Schutzstein?
Weil die Überlieferung ihm zuschreibt, Unruhe abzuleiten, so wie ein dunkler Stein Licht schluckt. Man legt ihn an die Wohnungstür, auf den Schreibtisch oder in die Jackentasche, als sichtbaren Punkt, an dem man kurz durchatmet.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.