Kristallheilkunde · Steinporträt

Mondstein

Mondstein ist ein Stein in Weiß, traditionell verbunden mit Intuition, Ruhe, Selbstliebe.

Mondstein, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Feldspat (Orthoklas)
Zusammensetzung
KAlSi₃O₈ (meist Orthoklas)
Kristallsystem
Monoklin
Härte (Mohs)
6–6.5
Farbe
Weiß, cremefarben, mit bläulichem Schimmer
Chakra
Sakralchakra, Kronenchakra
Elemente
Wasser
Tierkreis
Krebs, Fische

Mondstein, mineralogisch betrachtet

Der Mondstein ist eine Varietät des Orthoklas, eines Kalifeldspats, und sein Geheimnis liegt im Inneren. Beim Abkühlen entmischte sich der Kristall in abwechselnde Lagen zweier Feldspäte, so fein, dass sie das Licht streuen. Dieser schwebende bläuliche oder silbrige Schimmer heißt Adulareszenz.

Sein zweiter Name, Adular, stammt vom Adula-Massiv in den Schweizer Alpen, wo das Mineral beschrieben wurde. Die schönsten Steine, blaues Licht auf fast durchsichtigem Grund, kommen aus Sri Lanka; Indien, Madagaskar und Myanmar liefern pfirsich-, grau- und cremefarbene Ware. Mohshärte 6 bis 6,5 und gute Spaltbarkeit heißt in der Praxis: kein harter Stoß.

Mondstein, nach der Tradition

Der Mondstein hat einen milchigen Schimmer, der ein wenig Mondlicht zu bewahren scheint, und die Tradition verbindet ihn mit dem Weiblichen, mit Zyklen und Gefühlen, die du lernst anzunehmen. Man schreibt ihm eine sanfte Präsenz zu, die dich einlädt, deinen eigenen Rhythmus zu ehren, statt ihn zu erzwingen, so wie der Mond es niemals eilig hat, seine Phase zu wechseln. Es ist ein Stein, den viele für abendliche Rituale aufbewahren, wenn die Zeit kommt, langsamer zu werden und den eigenen inneren Gezeiten zu lauschen. Halt ihn an Abenden, an denen du dich empfindsam fühlst, in der Hand, und lass seine Absicht dich daran erinnern, dass alles vergeht und wiederkehrt. Symbolisch begleitet er die Intuition und die Zärtlichkeit dir selbst gegenüber.

Affirmation„Ich ehre meinen eigenen Rhythmus und meine Gefühle.“

Von Plinius zum Jugendstil

Schon Plinius schrieb, in diesem Stein stecke ein Bild des Mondes, das mit ihm zu- und abnehme. Falsch, aber verständlich, so lebendig wirkt der Schimmer. In Indien galt der Mondstein als heilig und als Glücksbringer für Liebende.

Um 1900 erlebt er seine zweite Jugend: Der Jugendstil verliebt sich in dieses atmende Licht. René Lalique fasst ihn, und die Werkstätten in Pforzheim und Schwäbisch Gmünd, damals das Zentrum der deutschen Schmuckherstellung, greifen ihn dankbar auf. Bis heute ist er neben der Perle der Stein des Monats Juni.

Mondstein anwenden

Meditation, ein abendliches Ritual, Schmuck.

Reinigung

Räuchern, Klang; ein kurzes Abspülen in Wasser und danach abtrocknen.

Aufladen

Mondlicht (vorzugsweise), Intention.

Häufige Fragen

Ist Regenbogenmondstein ein Mondstein?
Mineralogisch nicht. Was so verkauft wird, ist meist weißer Labradorit mit blauem Schiller. Echter Mondstein ist Orthoklas und zeigt einen weicheren, schwebenden Schein.
Warum schimmert mein Mondstein kaum?
Weil der Schliff den Winkel verfehlt. Adulareszenz zeigt sich nur, wenn die Lamellen richtig zum Licht liegen. Cabochons mit hoher Wölbung und gut orientierter Basis schimmern deutlich stärker.
Darf Mondstein ins Wasser?
Kurz ja, lange nein. Feldspäte spalten gut, und Temperatursprünge oder Ultraschall können feine Risse öffnen. Abspülen, trocken tupfen, fertig.
Wie bewahre ich Mondstein auf?
Weich gebettet und einzeln, nicht zwischen härteren Steinen. Er ist weicher als Quarz und bekommt in einer gemeinsamen Schale schnell matte Kratzer.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.