Kristallheilkunde · Steinporträt

Labradorit

Labradorit ist ein Stein in Grau, traditionell verbunden mit Schutz, Intuition, Kreativität.

Labradorit, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Plagioklas-Feldspat
Zusammensetzung
(Ca,Na)(Al,Si)₄O₈
Kristallsystem
Triklin
Härte (Mohs)
6–6.5
Farbe
Grau, mit schillernden Reflexen
Chakra
Drittes Auge
Elemente
Wasser/Luft
Tierkreis
Schütze

Woher das Farbenspiel kommt

Labradorit gehört zu den Feldspäten, der häufigsten Mineralfamilie der Erdkruste, genauer zu den Plagioklasen. Sein Schiller ist kein Pigment: Der Stein besteht aus mikroskopisch dünnen, abwechselnd geschichteten Lamellen, an denen sich Licht bricht und mit sich selbst überlagert, ähnlich wie an einer Seifenblase. Die Mineralogie nennt das Labradoreszenz.

Die historische Fundstelle liegt an der Küste von Labrador in Kanada. Den Handel bedient heute vor allem Madagaskar, und Finnland liefert eine besonders dunkle Varietät mit vielfarbigem Feuer, den Spektrolith. Mit Mohshärte 6 bis 6,5 und guter Spaltbarkeit verträgt Labradorit keinen harten Schlag.

Labradorit, nach der Tradition

Der Labradorit ist der Stein der Schwelle, jener, der schützt, während er den Geist offen hält. Die Tradition verbindet ihn mit einer wachen Intuition und mit jener Art, die eigenen Grenzen zu halten, ohne sich anderen gegenüber zu verschließen. Sein unauffälliges Grau verbirgt blaue und grüne Reflexe, die je nach Lichtwinkel aufleuchten, wie ein im Stein bewahrtes Nordlicht. Trag ihn als Schmuck, steck ihn in ein Beutelchen, halt ihn während der Meditation, um zu hören, was sich in dir bewegt. Nimm ihn an, wenn du zwischen Offenheit und Schutz navigierst, und lass ihn dich daran erinnern, dass du offen bleiben kannst, ohne dich zu verlieren.

Affirmation„Ich halte meine Grenzen und bleibe dabei offen.“

Geschichte und Überlieferung

Beschrieben wurde er 1770 von Missionaren der Herrnhuter Brüdergemeine auf einer Insel vor der Küste Labradors; die Inuit kannten den Stein längst. Ihre Erzählung sagt, Nordlichter seien im Gestein gefangen gewesen, bis ein Jäger sie mit dem Speer befreite. Was blieb, leuchtet bis heute im Stein.

Der finnische Spektrolith hat eine nüchternere Geschichte: Man fand ihn 1940 im Südosten des Landes beim Ausheben von Panzersperren. Der Geologe Aarne Laitakari gab ihm den Namen, und die Kleinstadt Ylämaa lebt seither davon. Im deutschsprachigen Schmuck taucht Labradorit erst im 20. Jahrhundert breiter auf.

Labradorit anwenden

Schmuck (Vorsicht bei Stößen), Meditation, ein Beutelchen.

Reinigung

Räuchern, Klang; ein kurzes Abspülen mit Wasser geht auch, danach abtrocknen.

Aufladen

Mondlicht; Intention; meide längere Sonne.

Häufige Fragen

Warum schillert mein Labradorit nur aus einem Winkel?
Weil die Labradoreszenz an geschichteten Lamellen entsteht. Nur wenn Licht und Blickwinkel stimmen, entsteht das Farbfeuer. Gute Schleifer richten die Platte genau danach aus. Dreh den Stein langsam, dann findest du seinen Winkel.
Was ist Spektrolith?
Ein besonders dunkler finnischer Labradorit, der das ganze Farbspektrum zeigt, von Blau über Grün bis Rot und Gold. Der Name ist eine finnische Handelsbezeichnung, mineralogisch ist es derselbe Feldspat.
Ist Regenbogenmondstein ein Labradorit?
Meistens ja. Was so verkauft wird, ist in der Regel weißer Labradorit mit blauem Schiller, nicht der Orthoklas-Mondstein. Beide sind Feldspäte, aber nicht dasselbe Mineral.
Darf Labradorit ins Wasser?
Kurz ja, aber nicht baden. Feldspäte spalten gut und mögen weder Temperatursprünge noch Salz. Abspülen, sofort trocken tupfen, fertig.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.