Kristallheilkunde · Steinporträt

Amethyst

Amethyst ist ein Stein in Violett, traditionell verbunden mit Ruhe, Intuition, Schutz.

Amethyst, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Quarz (violette Varietät)
Zusammensetzung
SiO₂ (Quarz)
Kristallsystem
Trigonal
Härte (Mohs)
7
Farbe
Violett, Malve
Chakra
Kronenchakra, Drittes Auge
Elemente
Luft, Äther
Tierkreis
Fische, Wassermann, Jungfrau

Amethyst, mineralogisch betrachtet

Amethyst ist eine Varietät des Quarzes, chemisch also nichts anderes als Siliciumdioxid, genau wie der farblose Bergkristall. Seine Farbe stammt nicht von einem Pigment: Eisenspuren im Kristallgitter werden über Jahrmillionen durch die natürliche Strahlung des Nebengesteins zu Farbzentren umgebaut, und diese Zentren schlucken einen Teil des Lichts. Übrig bleibt das Violett.

Gewachsen ist er meist in den Blasenhohlräumen vulkanischer Gesteine, den Drusen. Die größten Vorkommen liegen in Brasilien, im Rio Grande do Sul, und in Uruguay, dessen Stufen das satteste Violett zeigen; auch Sambia und Madagaskar liefern schönes Material. Manche brasilianische Druse ist größer als ein stehender Mensch. Mit Mohshärte 7 ist er robust, gegen Licht dagegen empfindlich.

Amethyst, nach der Tradition

Der Amethyst ist der Stein der Ruhe und des Innehaltens. Die Tradition verbindet ihn mit einem Geist, der zur Ruhe kommt, und einer Intuition, die wieder zu hören beginnt, sobald das innere Geplapper einwilligt zu schweigen. Leg ihn ans Bett oder halte ihn in der Meditation, als Einladung, langsamer zu werden. Sein Violett erzählt von diesem Übergang vom Tun zum Fühlen, von außen nach innen. Stell ihn dorthin, wo du ein wenig Stille suchst, und lass ihn dich ans Atmen erinnern.

Affirmation„Ich beruhige meinen Geist und höre auf meine Intuition.“

Geschichte und Überlieferung

Amethystos heißt im Altgriechischen so viel wie nicht trunken. Man trank aus amethystenen Schalen und erzählte sich, der Stein halte den Kopf klar. Die Sage von der Nymphe, die zu Kristall wurde, ist jünger als ihr Ruf: Sie stammt vom französischen Dichter Remy Belleau aus dem 16. Jahrhundert.

Hildegard von Bingen führt den Amethyst in ihrer Steinkunde und empfiehlt ihn gegen Flecken der Haut, ein Detail, das die deutschsprachige Überlieferung bis heute gern zitiert. Im Mittelalter trugen ihn Bischöfe im Ring, als Zeichen geistiger Nüchternheit. Bis ins frühe 19. Jahrhundert war er so teuer wie ein Rubin; erst die brasilianischen Funde machten ihn zum Stein für alle.

Amethyst anwenden

Meditation, Nachttisch, Schmuck (fern von langem direktem Sonnenlicht).

Reinigung

Ein kurzes Abspülen mit Wasser, Räuchern, Klang, Visualisierung.

Aufladen

Mondlicht, eine Quarzdruse, Intention; meide längere pralle Sonne.

Häufige Fragen

Darf Amethyst ins Wasser?
Ja, ein kurzes Abspülen ist unproblematisch, denn Quarz ist hart und wasserunlöslich. Meide Salzwasser, das sich in feine Risse zieht und die Politur stumpf werden lässt, und lange Bäder bei gefassten Schmuckstücken: Metall und Klebstoff vertragen das schlechter als der Stein.
Warum ist mein Amethyst blasser geworden?
Fast immer wegen des Lichts. UV-Strahlung baut die Farbzentren wieder ab, und das ist nicht umkehrbar. Halte ihn von der Fensterbank in der Südsonne fern. Genau dieser Effekt wird übrigens genutzt: Die meisten Citrine im Handel sind gebrannte Amethyste.
Woran erkenne ich einen echten Amethyst?
An der Härte und an der Farbverteilung. Echter Amethyst ist ungleichmäßig gefärbt, oft mit hellerer Basis und satteren Spitzen, und er ritzt Fensterglas. Gleichmäßig knallviolette Steine zu kleinem Preis sind meist gefärbtes Glas oder Kunstharz.
Welchen Sternzeichen wird Amethyst zugeordnet?
Die Überlieferung ordnet ihn den Fischen, dem Wassermann und der Jungfrau zu. Das ist eine Zuordnung aus der Farbenlehre und aus der Planetensymbolik, keine Regel: Ein Stein gehört am Ende dem, der ihn gern in der Hand hält.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.