Kristallheilkunde · Steinporträt

Rosenquarz

Rosenquarz ist ein Stein in Hellrosa bis kräftiges Rosa, traditionell verbunden mit Selbstliebe, Ruhe, Zuversicht.

Rosenquarz, ein geschliffenes Exemplar

Das Wichtigste

Familie
Quarz (rosa Varietät)
Zusammensetzung
SiO₂ (Quarz)
Kristallsystem
Trigonal
Härte (Mohs)
7
Farbe
Hellrosa bis kräftiges Rosa
Chakra
Herzchakra
Elemente
Wasser
Tierkreis
Stier, Waage

Was den Rosenquarz rosa macht

Der Rosenquarz gibt der Mineralogie bis heute Rätsel auf. Sein Rosa stammt nicht von gelösten Spurenelementen, sondern von winzigen faserigen Einschlüssen, die einem Mineral aus der Verwandtschaft des Dumortierits nahestehen. Sie streuen das Licht, und genau deshalb ist Rosenquarz fast immer milchig durchscheinend statt klar. Titan und Mangan galten lange als Ursache; die moderne Mikroskopie hat das widerlegt.

Anders als der Amethyst bildet er nur selten gewachsene Kristalle. Man findet ihn in derben Massen im Inneren von Pegmatiten, jenen grobkörnigen Gesteinsadern, in denen sich seltene Elemente sammeln. Die großen Vorkommen liegen in Brasilien, in Minas Gerais, und auf Madagaskar. In Deutschland ist Pleystein in der Oberpfalz bekannt: Dort steht eine Kirche auf einem Rosenquarzfelsen.

Rosenquarz, nach der Tradition

Der Rosenquarz ist der Stein der Zärtlichkeit dir selbst gegenüber. Die Tradition verbindet ihn mit einem Herzen, das sich öffnet, mit jener Sanftheit, die du dir schenkst, wenn du sonst streng mit dir bist. Sein Rosa, mal zart, mal kräftig, trägt eine ruhige Wärme, die du annimmst, ohne dich zu verhärten. Leg ihn dir während der Meditation auf die Brust, lass ihn in einem Raum liegen, in dem du lebst, oder trag ihn als Schmuck. Nimm ihn als geduldige Erinnerung an, mit dir mitfühlend zu sprechen, so wie du es für einen geliebten Menschen tun würdest.

Affirmation„Ich begegne mir mit Zärtlichkeit und Mitgefühl.“

Geschichte und Überlieferung

Rosenquarzperlen aus Mesopotamien sind rund siebentausend Jahre alt, der Stein wird also seit sehr langer Zeit bearbeitet. Assyrer und später Römer schnitten ihn zu Schmuck und zu Siegeln. Was in den antiken Steinbüchern fehlt, ist ausgerechnet die Liebesgeschichte.

Die Verbindung zu Herz und Selbstliebe ist jung. Sie entsteht im 20. Jahrhundert und wird in der New-Age-Welle der 1970er-Jahre populär; die Erzählung von Eros, der den Menschen den Rosenquarz bringt, steht vor allem in modernen Büchern. Das schmälert den Stein nicht. Es zeigt nur, wie schnell eine Überlieferung entstehen kann.

Rosenquarz anwenden

Auf dem Herzen während der Meditation, als Schmuck, in einem Raum, in dem du den Tag verbringst.

Reinigung

Ein kurzes Abspülen mit Wasser, Räuchern, Klang.

Aufladen

Mondlicht; eine Quarzdruse; meide längere pralle Sonne.

Häufige Fragen

Verblasst Rosenquarz in der Sonne?
Ja, kräftiges Licht lässt ihn mit den Jahren blasser werden, und das Rosa kommt nicht zurück. Südfensterbank, Armaturenbrett und Sommerbalkon sind die drei Orte, an denen er am schnellsten leidet. Ein heller, aber nicht sonniger Platz erhält die Farbe.
Darf Rosenquarz ins Wasser?
Ja. Als Quarz ist er hart und wasserunlöslich, ein kurzes Abspülen unter lauwarmem Wasser schadet ihm nicht. Auf Salzwasser verzichtest du besser, es kriecht in feine Risse und mattiert die Politur.
Warum ist mein Rosenquarz trüb und nicht klar?
Das ist normal und sogar ein Echtheitszeichen. Die feinen Einschlüsse, die ihn rosa machen, streuen das Licht. Vollkommen klare, knallrosa Steine zu kleinem Preis sind fast immer gefärbtes Glas.
Gibt es Rosenquarz in Deutschland?
Ja. Der Bayerische Wald und die Oberpfalz führen Rosenquarz in Pegmatiten. Der Rosenquarzfelsen von Pleystein, auf dem eine Kirche steht, ist der bekannteste Fundpunkt des Landes.

Quellen

  • Judy Hall, The Crystal Bible, Godsfield Press, 2003.
  • Robert Simmons & Naisha Ahsian, The Book of Stones, North Atlantic Books, 2007.