Mondkalender · Finsternisse

Die Sonnenfinsternis vom 22. Juli 2028 die Nacht am helllichten Tag über Sydney.

Am 22. Juli 2028 durchquert der Schatten des Mondes Australien diagonal, vom Kimberley im Nordwesten bis Sydney im Südosten, bevor er die Südinsel Neuseelands berührt: eine totale Sonnenfinsternis, die bis zu über fünf Minuten Nacht am helllichten Tag bietet. Das globale Maximum liegt gegen 2:55 Uhr UTC, also 4:55 Uhr in Berlin: Von Westeuropa aus ist nichts sichtbar. Der Neumond steht im allerletzten Grad des Krebses.

Das Wichtigste

Datum
22. Juli 2028
Typ
totale Sonnenfinsternis, bis zu über 5 Minuten Totalität
Maximum
gegen 2:55 Uhr UTC, also 4:55 Uhr in Berlin
Totalität sichtbar von
Australien (vom Kimberley bis Sydney) und der Südinsel Neuseelands
Partielle sichtbar von
Südostasien, Indonesien, ganz Australien, Neuseeland; nicht von Westeuropa
Besetztes Zeichen
Sonne und Mond bei 30° Krebs, an der Schwelle zum Löwen

Was passiert an diesem Tag?

Der Schatten des Mondes erreicht die Erde im Indischen Ozean, berührt Australien an der wilden Küste des Kimberley und durchquert dann den ganzen Kontinent diagonal: das Northern Territory, den Westen Queenslands, das Landesinnere von New South Wales und schließlich Sydney, wo die Nacht mitten in einem südhemisphärischen Winternachmittag hereinbrechen wird. Oft wird 1857 als letzte Totalität über der Stadt genannt: fast zwei Jahrhunderte Wartezeit.

Die Totalität erreicht im Nordwesten Australiens ihren Höhepunkt von über fünf Minuten, eine großzügige Dauer für eine totale Finsternis. Nach Australien überquert der Schatten die Tasmansee und schenkt der Südinsel Neuseelands eine Totalität am späten Nachmittag, Sonne tief über dem Winterhorizont.

Wo und wie beobachtet man sie?

Es ist ein Termin an den Antipoden: Von Westeuropa aus wird absolut nichts sichtbar sein, da sich das Phänomen mitten in der europäischen Nacht abspielt. Um es zu erleben, muss man reisen: Das Kimberley und Zentralaustralien versprechen die längsten Minuten und die zuverlässigsten trockenen Winterhimmel; Sydney bietet das seltene Erlebnis einer Totalität über einer Metropole; die Südinsel Neuseelands, Bilder einer streifenden Totalität über den Südalpen.

Vor Ort gelten die üblichen Regeln: zertifizierte Brillen nach ISO 12312-2 während aller partiellen Phasen, niemals mit bloßem Auge oder mit Sonnenbrille vor der angebissenen Sonne. Nur die Minuten der Totalität, wenn die Scheibe vollständig bedeckt ist und die Korona erscheint, dürfen ohne Filter betrachtet werden; sobald der erste Strahl zurückkehrt, setzt man die Brille wieder auf.

Was die Astrologie darin liest

Dieser verfinsterte Neumond steht bei 30° Krebs, dem allerletzten Grad des Zeichens: wenige Stunden später tritt die Sonne in den Löwen ein. Die Tradition schreibt den letzten Graden eine Schwellenqualität zu: Etwas endet in der Substanz dessen, was beginnt. Auf der Achse Krebs-Steinbock der Finsternisse von 2028 neigt sich diese zur Krebsseite: das Zuhause, die Wurzeln, das, was wir schützen.

Eine totale Finsternis ist ein dreifach unterstrichener Neumond: ein betonter Anfang, den die Astrologie eher als monatelange Stimmung liest denn als datiertes Ereignis. Die Frage der Saison könnte lauten: Was in dem, was du „Zuhause" nennst, ist bereit, seine Form zu ändern, um dich weiter zu tragen?

Und die nächste?

Die letzte Finsternis der Periode ist auch die sanfteste für den Himmel Westeuropas: Am 31. Dezember 2028 wird eine totale Mondfinsternis mit der Silvesternacht aufgehen, roter Mond über dem Nordosthorizont. Über eine Stunde Totalität, zu betrachten mit bloßem Auge, zwischen zwei Gläsern, die auf das neue Jahr erhoben werden.

Häufige Fragen

Wird die Finsternis vom 22. Juli 2028 in Europa sichtbar sein?
Nein, überhaupt nicht: Im Maximum ist es in Berlin etwa 4:55 Uhr morgens, und das Phänomen spielt sich am anderen Ende der Welt ab, über Australien und Neuseeland. Nur Live-Übertragungen erlauben es, sie von Westeuropa aus zu verfolgen.
Wird Sydney die Totalität wirklich sehen?
Ja: Das Totalitätsband durchquert die Stadt mitten in einem südhemisphärischen Winternachmittag, eine Konstellation, die Sydney seit 1857 nicht mehr erlebt hat. Das Ereignis dürfte eines der meistbeachteten des Jahrzehnts in der südlichen Hemisphäre werden.

Quellen

  • Traditionelle Bauernalmanache (Vollmondnamen)
  • Maria Thun, Aussaattage