Mondkalender · Finsternisse
Die Mondfinsternis vom 20. Februar 2027 ein grauer Schleier auf dem Vollmond.
In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2027 durchquert der Vollmond den Halbschatten der Erde, ohne den Kernschatten zu berühren: eine Halbschatten-Finsternis, die unauffälligste der drei Typen von Mondfinsternissen. Im Maximum, gegen 23:13 Uhr UTC (0:13 Uhr in Berlin), erkennt ein aufmerksames Auge eine leichte Verdunkelung an einem Rand der Scheibe. Sie ist von Amerika, Europa, Afrika und Teilen Asiens aus zu beobachten, Westeuropa eingeschlossen. Der Mond steht bei 2° Jungfrau.
Das Wichtigste
- Datum
- Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2027
- Typ
- Halbschatten-Mondfinsternis
- Maximum
- 23:13 Uhr UTC, also 0:13 Uhr in Berlin am 21. Februar
- Sichtbarkeit
- Amerika, Europa, Afrika, Westasien
- In Westeuropa
- sichtbar mitten in der Nacht, Mond hoch am Himmel, feiner Effekt
- Besetztes Zeichen
- Mond bei 2° Jungfrau, Sonne in den Fischen
Was passiert an diesem Tag?
Der Schatten der Erde hat zwei Stockwerke: einen dunklen Kern, den Kernschatten, wo die Sonne vollständig verdeckt ist; und drumherum eine Zone des Halblichts, den Halbschatten, wo die Sonne nur teilweise verborgen ist. In dieser Nacht gleitet der Vollmond tief in den Halbschatten, ohne je den Kernschatten zu erreichen: kein klarer Biss, kein roter Mond, sondern ein Grauverlauf, der langsam einen Rand der Scheibe erobert.
Es ist die Finsternis der geduldigen Blicke. Für ein hastiges Auge wirkt der Vollmond einfach etwas weniger strahlend; für ein aufmerksames Auge, besonders um das Maximum herum, erscheint eine Seite der Scheibe deutlich matter als die andere, als hätte man das Licht nur auf einer Seite des Zimmers gedimmt.
Wo und wie beobachtet man sie?
Die Sichtbarkeitszone ist groß: Ganz Amerika, Europa, Afrika und Westasien haben den Mond während zumindest eines Teils des Phänomens über dem Horizont. In Westeuropa sind die Bedingungen gut: Der Mond thront hoch am Winterhimmel, und das Maximum liegt kurz nach Mitternacht, um 0:13 Uhr Berliner Zeit in der Nacht vom Samstag, 20., auf Sonntag, 21. Februar.
Um dir die besten Chancen zu sichern: Vergleiche die Scheibe eine Stunde vor dem Maximum und dann im Maximum, die Verdunkelung wird durch den Kontrast deutlich; ein Fernglas hilft, ein Foto zu beiden Zeitpunkten hilft noch mehr. Kein Schutz nötig, wie bei jeder Mondfinsternis. Und wenn der Himmel bedeckt ist, ist nichts verloren: Dieser Termin ist ein kleiner Appetithappen vor der großen Sonnenfinsternis im August.
Was die Astrologie darin liest
Dieser Vollmond steht in den ersten Graden der Jungfrau, der Sonne in den Fischen gegenüber: ein letztes Echo der Achse Jungfrau-Fische, die die Finsternisse im Sommer 2026 verlassen haben. Fern von den Mondknoten bleibt die Ausrichtung ungefähr, und genau deshalb ist die Finsternis nur eine Halbschatten-Finsternis: Die Geometrie erzählt bereits vom Ende eines Zyklus.
Die Tradition liest diese geflüsterten Finsternisse gern als Postskriptum: Was die Serie Jungfrau-Fische 2025-2026 eröffnet hatte, geht ein letztes Mal, ganz leise, vorüber, um sicherzugehen, dass die Seite wirklich umgeblättert ist. Weder großer Umbruch noch Wendepunkt: eine sanfte Wiederlektüre, im Maßstab eines Tagebucheintrags.
Und die nächste?
Der Mond wird sich am 18. Juli 2027 erneut verfinstern, allerdings so randständig, dass niemand es mit bloßem Auge sehen wird. Der Termin, der wirklich zählt, kommt am 2. August 2027: eine totale Sonnenfinsternis über dem Süden Spaniens, Ägypten und dem Roten Meer, die längste Totalität über Land dieses Jahrhunderts, partiell von Westeuropa aus.
Häufige Fragen
- Kann man eine Halbschatten-Finsternis wirklich mit bloßem Auge sehen?
- Diese hier schon, vorausgesetzt man ist aufmerksam: Der Mond taucht tief genug in den Halbschatten, damit ein Rand der Scheibe rund um das Maximum deutlich matter wirkt. Am wirkungsvollsten ist es, das Aussehen des Mondes im Abstand von einer Stunde zu vergleichen.
- Um welche Uhrzeit beobachtet man sie von Westeuropa aus?
- Gegen 0:13 Uhr in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2027, Berliner Zeit. Die Verdunkelung ist etwa eine Stunde vor und nach diesem Maximum wahrnehmbar, Mond hoch am Himmel, ohne dass irgendeine Ausrüstung nötig wäre.