Mondkalender · Finsternisse

Die Mondfinsternis vom 6. Juli 2028 ein Schattenbiss, den Westeuropa knapp verpasst.

Am 6. Juli 2028 taucht der Vollmond teilweise in den Schatten der Erde: Etwas mehr als ein Drittel seines Durchmessers verdunkelt sich im Maximum, um 18:20 Uhr UTC, also 20:20 Uhr in Berlin. Afrika, Asien, Australien und Osteuropa haben die besten Plätze; in Westeuropa geht der Mond in der Dämmerung genau dann auf, wenn die Finsternis endet, und es bleibt fast nichts zu sehen. Der Mond steht bei 15° Steinbock.

Das Wichtigste

Datum
6. Juli 2028
Typ
partielle Mondfinsternis (etwa ein Drittel des Durchmessers im Schatten)
Maximum
18:20 Uhr UTC, also 20:20 Uhr in Berlin
Sichtbarkeit
Afrika, Asien, Australien, Osteuropa; ideale Bedingungen rund um den Indischen Ozean
In Westeuropa
fast unsichtbar: Der Mond geht auf, während der Schatten sich zurückzieht
Besetztes Zeichen
Mond bei 15° Steinbock, Sonne im Krebs

Was passiert an diesem Tag?

Der Julivollmond durchquert den Rand des Erdschattenkegels: Am tiefsten Punkt ist etwas mehr als ein Drittel seines Durchmessers im Kernschatten gebadet. Ein dunkler, runder Einschnitt legt sich für etwas mehr als zwei Stunden auf die Scheibe, eingerahmt von den unauffälligeren Halbschattenphasen.

Die Rundung dieses Einschnitts ist kein bloßes Detail: Es ist der Schatten der Erde selbst, auf den Mond projiziert. Die alten Griechen sahen darin bereits den Beweis, dass unsere Welt eine Kugel ist, Jahrhunderte vor den ersten Aufnahmen aus dem Weltraum. Jede partielle Finsternis wiederholt still diesen Beweis.

Wo und wie beobachtet man sie?

Die besten Plätze umgeben den Indischen Ozean: Ostafrika, der Nahe Osten, Indien, Südostasien und der Westen Australiens sehen die Finsternis mitten in der Nacht oder am Abend, Mond gut aufgestiegen. Osteuropa und die Türkei erwischen sie beim Mondaufgang, Einschnitt bereits vorhanden.

Für Westeuropa wird der Termin knapp verpasst: Im Maximum, um 20:20 Uhr Berliner Zeit, ist der Mond noch nicht aufgegangen; wenn er schließlich im Südosten erscheint, in der Dämmerung, zieht sich der Schatten gerade zurück. Im besten Fall erahnt der äußerste Osten der Region die allerletzten Minuten der partiellen Phase knapp über dem Horizont. Wenn du in diesem Sommer nach Griechenland, Ägypten oder weiter östlich reist, blicke nach oben: Das Schauspiel wird für dich sein, mit bloßem Auge und ohne Gefahr.

Was die Astrologie darin liest

Dieser verfinsterte Vollmond steht bei 15° Steinbock, der Sonne im Krebs gegenüber: Die im Januar eröffnete Serie Krebs-Steinbock entfaltet ihren zweiten Takt. Der Steinbock bringt die Fragen der Struktur mit: den Beruf, die Verantwortung, das, was wir Stein für Stein aufbauen; der Krebs, gegenüber, wacht über das Zuhause und das, was still nährt.

Die Tradition liest eine Mondfinsternis wie einen lauter gestellten Vollmond: einen Moment, in dem sich zeigt, was gerade im Werden ist, so wie es wirklich ist. Auf dieser Achse ist die Einladung klar: das Gleichgewicht zwischen dem, was wir draußen bauen, und dem, was wir drinnen bewohnen, ehrlich zu betrachten. Ohne Urteil: eine Bestandsaufnahme, die jeder für sich zieht.

Und die nächste?

Zwei Wochen später, am 22. Juli 2028, wird der Schatten des Mondes über Australien wandern: eine totale Sonnenfinsternis mit über fünf Minuten Nacht am helllichten Tag, Sydney mitten im Totalitätsband. Und für den Himmel Westeuropas heißt es Geduld bis zum 31. Dezember 2028: eine totale Mondfinsternis wird am Silvesterabend aufgehen.

Häufige Fragen

Warum sieht Westeuropa am 6. Juli 2028 fast nichts?
Eine Frage von Zeitzone und Horizont: Das Maximum liegt um 20:20 Uhr Berliner Zeit, vor dem Mondaufgang. Wenn er schließlich in der Dämmerung aufgeht, endet gerade die Schattenphase. Je weiter östlich man sich in Europa befindet, desto mehr sieht man.
Wo wird diese Finsternis am schönsten sein?
Rund um den Indischen Ozean: Ostafrika, Indien, Südostasien und der Westen Australiens sehen sie mitten in der Nacht, Mond hoch am Himmel. Der Schatteneinschnitt wird im Maximum etwas mehr als ein Drittel des Monddurchmessers bedecken.

Quellen

  • Traditionelle Bauernalmanache (Vollmondnamen)
  • Maria Thun, Aussaattage