Mondkalender · Finsternisse
Die Mondfinsternis vom 12. Januar 2028 ein Schattenbiss vor der Morgendämmerung.
Am 12. Januar 2028 streift der Vollmond den Schatten der Erde: eine leichte partielle Finsternis, bei der nur ein kleiner Rand der Scheibe, wenige Prozent des Durchmessers, in den Kernschatten eintaucht. Das Maximum liegt bei 4:13 Uhr UTC, also 5:13 Uhr in Berlin: Westeuropa kann sie am frühen Morgen sehen, Mond im Westen, ebenso wie Amerika und Westafrika. Der Mond steht bei 21° Krebs und eröffnet die neue Finsternisserie Krebs-Steinbock.
Das Wichtigste
- Datum
- 12. Januar 2028
- Typ
- leichte partielle Mondfinsternis
- Maximum
- 4:13 Uhr UTC, also 5:13 Uhr in Berlin
- Sichtbarkeit
- Amerika, Europa, Westafrika
- In Westeuropa
- sichtbar am frühen Morgen, Mond Richtung Westen
- Besetztes Zeichen
- Mond bei 21° Krebs, Sonne im Steinbock
Was passiert an diesem Tag?
In dieser Januarnacht streift der Vollmond den Rand des Erdschattenkegels und taucht nur mit der Schulter hinein: im Maximum dringt ein feiner Teil des Monddurchmessers, kaum wenige Prozent, in den Kernschatten ein. Der Rest der Scheibe durchquert den Halbschatten, der sie sanft trübt.
Für das Auge ergibt das einen kleinen dunklen Biss, klar erkennbar, aber bescheiden, an einem Rand des Mondes, umgeben von einem gräulichen Verlauf. Nichts Spektakuläres, ganz auf Feinheit angelegt: eine Finsternis für Kenner, von der Sorte, die man mit der Thermoskanne in der Hand betrachtet, in der Stille der Winternächte.
Wo und wie beobachtet man sie?
Amerika sieht die Finsternis bequem mitten in der Nacht. Westeuropa und Westafrika erwischen sie am Ende ihres Laufs: In Westeuropa liegt das Maximum bei 5:13 Uhr Berliner Zeit, der Mond bereits tief zum Westhorizont gesunken, aber noch hoch genug, um bei klarem Himmel gut sichtbar zu sein.
Keine Ausrüstung nötig: das bloße Auge genügt, ein Fernglas zeigt die Grenze zwischen Kern- und Halbschatten besser. Die sichtbare Phase erstreckt sich auf etwa eine Stunde rund um das Maximum; ziele also auf das Zeitfenster 4:30-6:00 Uhr, bevor die Winterdämmerung den Himmel im Osten aufzuhellen beginnt. Ein nach Westen ausgerichteter Balkon erfüllt seinen Zweck perfekt.
Was die Astrologie darin liest
Dieser verfinsterte Vollmond steht bei 21° Krebs, dem Sonnenstand im Steinbock gegenüber: es ist die erste Finsternis der Serie Krebs-Steinbock, jener Achse, die 2028 und 2029 prägen wird. Der Krebs spricht vom Zuhause, von der Erinnerung, von dem, was nährt; der Steinbock, von Strukturen, vom Beruf, von dem, was auf Dauer trägt.
Die Tradition schreibt den eröffnenden Finsternissen die Rolle eines Prologs zu: sie benennen das Thema, das die folgenden entfalten werden. Hier ist es der Dialog zwischen Innen und Außen, zwischen dem Zuhause und dem Werk. Kein Ereignis, auf das man warten müsste: eher eine Frage, die sich zu stellen beginnt und die zurückkehren wird, Finsternis für Finsternis, bis sie bei jedem ihre eigene Antwort findet.
Und die nächste?
Zwei Wochen später, am 26. Januar 2028, wird der Neumond eine ringförmige Sonnenfinsternis hervorbringen: der Ring wird Ecuador, Peru, den Norden Brasiliens durchqueren und dann bei Sonnenuntergang über dem Südwesten der Iberischen Halbinsel verlöschen. Von Westeuropa aus wird am späten Nachmittag ein kleiner Einschnitt in der Sonne sichtbar sein.
Häufige Fragen
- Wird die Finsternis vom 12. Januar 2028 in Westeuropa sichtbar sein?
- Ja, am frühen Morgen: Das Maximum liegt bei 5:13 Uhr Berliner Zeit, der Mond noch Richtung Westen sichtbar. Der Schatten beißt nur einen kleinen Rand der Scheibe an; ein Fernglas ist willkommen, um das Detail zu würdigen, aber das bloße Auge genügt.
- Warum ist diese Finsternis so unauffällig?
- Weil der Mond direkt am Rand des Erdschattenkegels vorbeizieht: Nur wenige Prozent seines Durchmessers dringen hinein. Die Geometrie der Finsternisse variiert von Saison zu Saison, vom einfachen Halbschatten-Streifen bis zur tiefen Totalität.