Im Garten · Januar

Gärtnern mit dem Mond im Januar Januar

Im Januar schläft der Garten, und die Gärtnerin bereitet vor. Die Mondkalender-Tradition reserviert den aufsteigenden Mond für die Aussaat im Frühbeet und die Blatternten des Winters, den absteigenden Mond für den Kernobstschnitt, wurzelnackte Pflanzungen und Wurzelgemüse. Es ist der Monat, in dem man Samen bestellt, Werkzeug schärft und öfter zum Himmel schaut, als man die Erde bearbeitet.

Das Wichtigste

Aussaat
im Frühbeet: Wintersalate, Sommerporree, Dicke Bohnen und Erbsen in milden Lagen
Schnitt, Pflanzung
Apfel- und Birnbäume ohne Frost; wurzelnackte Obstbäume
Ernte
Porree, Feldsalat, Wintersalate, Topinambur, Chicorée aus dem Keller
Losung des Monats
vorbereiten

Das Gartenjahr im Januar nach der Mondkalender-Tradition

Die Tradition unterteilt den Monat in zwei Zeiten. Bei aufsteigendem Mond soll der Saft in die oberirdischen Pflanzenteile steigen: Das ist das Fenster für Aussaat, Veredelung und Blaternten. Im Januar spielt sich das im Geschützten ab: ein paar Reihen Wintersalat im Frühbeet, Sommerporree in der Anzuchtschale, dazu das Pflücken von Feldsalat oder Kohl, je nach Bedarf.

Bei absteigendem Mond soll der Saft wieder zu den Wurzeln zurückfließen: Die Tradition legt hierhin die Pflanzungen, den Schnitt und alles, was den Boden betrifft. Es ist der klassische Moment, um einen wurzelnackten Obstbaum zu pflanzen, Apfel- und Birnbäume außerhalb der Frostperiode zu schneiden und die letzten Topinambur und Pastinaken aus der Erde zu holen.

Dicke Bohnen, Porree, Obstbäume: die Kulturen des Monats

Der Mondkalender fügt ein zweites Raster hinzu: Je nachdem, welches Tierkreiszeichen der Mond gerade durchläuft, gilt ein Tag als Blatttag, Blütentag, Fruchttag oder Wurzeltag, und jede Kultur hat ihre Kategorie. Die Logik ist einfach: Man kümmert sich an dem Tag um eine Pflanze, der zu dem Pflanzenteil passt, den man gedeihen sehen will. Feldsalat und Porree gehören zu den Blatttagen, Topinambur zu den Wurzeltagen.

Dicke Bohnen und Erbsen, jetzt schon in milden Lagen gesät, werden traditionell an Fruchttagen ausgesät: Ihr Same ist es, den man später erntet. Auch der Kernobstschnitt findet ganz natürlich an diesen Fruchttagen statt, bei absteigendem Mond. Wo der Mond gerade steht, zeigt der Mondphasenkalender mit den genauen Fenstern des Monats.

Die Geste des Monats: die Keimprobe

Hol deine Samentüten heraus, auch die alten. Lege zehn Samen jeder Sorte zwischen zwei feuchte Küchenpapierblätter, auf einen Teller, nah ans Fenster. Nach ein bis zwei Wochen zählst du, was gekeimt ist: Acht von zehn, und die Tüte ist zuverlässig; weniger als die Hälfte, und du säst dichter oder kaufst neues Saatgut.

Das ist eine Geste für den Balkon genauso wie für den Garten: Sie passt auf ein Fensterbrett und erspart dir die leeren Reihen im Frühjahr. Nutze die Gelegenheit, um in einem Heft festzuhalten, was du wo und nach welcher Kultur säen willst: Die Fruchtfolge entscheidet sich jetzt, im Warmen.

Was die Versuche zeigen

Agronomische Versuche, die Aussaat „bei gutem Mond" mit Kontrollaussaat verglichen haben, fanden keinen reproduzierbaren Effekt auf Keimung oder Ertrag. Der Wert des Kalenders liegt woanders: Er gibt einen Rhythmus vor, er bringt dich regelmäßig in den Garten, und genau diese Regelmäßigkeit der Beobachtung macht die guten Ernten.

Häufige Fragen

Kann man im Januar noch einen Obstbaum pflanzen?
Ja, solange er wurzelnackt ist und der Boden weder gefroren noch durchnässt ist. Die Tradition legt diese Pflanzung in den absteigenden Mond; agronomisch zählt vor allem ein sorgfältiges Einschlämmen der Wurzeln und ein großzügiges Angießen zum Anwachsen, auch im Winter.
Was ist der Unterschied zwischen aufsteigendem und zunehmendem Mond?
Der zunehmende Mond beschreibt seine beleuchtete Phase, vom Neumond bis zum Vollmond. Der aufsteigende Mond beschreibt seine Bahn: Jeden Tag erreicht er am Himmel einen höheren Punkt. Das traditionelle Gärtnern richtet sich nach der Bahn, nicht nach der Phase, und beide Zyklen fallen fast nie zusammen.

Quellen

  • Maria Thun, Aussaattage
  • Tradition des Gärtnerns nach dem Mond (zunehmend / abnehmend)