Roter Mond (lune rousse)
Die lune rousse ist in der französischen bäuerlichen Tradition die Mondphase, die kurz nach Ostern beginnt, also grob zwischen Ende April und Ende Mai. Ihr Name kommt vom Glauben, dass ihr Licht die zarten Triebe "rostrot" färbe. In Wirklichkeit stammt der Schaden von den späten Frösten der klaren Frühlingsnächte, nicht vom Mond, ein volkstümlicher Begriff, der auf ein sehr reales Wetterphänomen aufgepfropft wurde.
Woher der Name kommt
Die Gärtner von früher fürchteten diese Mondphase für ihre zarten Setzlinge, gebräunte Blätter, verbrannte Triebe am Morgen nach einer klaren Nacht. Mangels Erklärung beschuldigte man das Mondlicht, die Triebe rostrot zu färben, und der Name blieb hängen. Die lune rousse ist also keine Farbe des Mondes, sondern eine Periode des Landwirtschaftskalenders.
Was wirklich geschieht
In den klaren Nächten dieser Jahreszeit, ohne Wolken, die die Wärme halten, kühlt der Boden stark durch Ausstrahlung ab, und die Temperatur kann vor der Morgendämmerung unter null fallen. Diese weißen Fröste schädigen die zarten Blätter. Der Mond markiert nur die Risikosaison, er ist ein Hinweis, keine Ursache. Die Setzlinge in den klaren Nächten zu schützen genügt, ganz ohne Aberglauben.