Glossar Handlesekunst

Sonnenlinie (Apollolinie)

Die Sonnenlinie, auch Apollolinie genannt, ist eine senkrechte Linie, die von der Handbasis zum Ringfinger aufsteigt, dem Finger des Apollo. Sie verläuft parallel zur Schicksalslinie, aber weiter zum äußeren Rand der Hand hin. Die chiromantische Tradition liest darin Strahlkraft, anerkanntes Talent, das Gefühl der Erfüllung. Oft kurz oder abwesend, liest man sie vor allem in ihrem oberen Abschnitt, nahe dem Apollohügel, unter dem Ringfinger.

Wo du sie genau findest

Leg einen Finger an die Basis deines Ringfingers, dann folg gerade nach unten Richtung Handgelenk, die Sonnenlinie folgt dieser Achse. Sie ist oft kurz und erahnt sich nur im letzten Drittel, knapp unter dem Apollohügel. Viele Hände tragen nur ein Fragment davon, manchmal einige feine, zu einem Bündel vereinte Senkrechte.

Was die Tradition darin liest

Cheiro sah darin das Zeichen der Strahlkraft und der Anerkennung, jenen Moment, in dem das, was du in dir trägst, ein Echo nach außen findet. Eine klare, lange Linie spräche von einem sichtbaren Talent, ein Bündel kleiner Linien von einer verstreuten Kreativität, die ihren Weg noch sucht. Ihre Abwesenheit nimmt dir nichts, sie sagt, dass dein Licht anderswo aufleuchtet, fern vom Blick der anderen.

Quellen

  • Cheiro, Cheiro’s Language of the Hand (1894)
  • William G. Benham, The Laws of Scientific Hand Reading (1900)