Glossar Träume

Traumsymbol

Ein Traumsymbol ist ein Bild des Traums, das über sein Erscheinungsbild hinaus einen Sinn trägt, ein Haus, eine Treppe, das Wasser, ein Tier, das auf eine innere Wirklichkeit verweist. Für Jung bilden diese Symbole die natürliche Sprache des Traums, zugleich persönlich und genährt von Bildern, die die ganze Menschheit teilt. Ihr Sinn ist nie festgelegt, er hängt von der träumenden Person, ihrem Leben und ihrem Empfinden ab. Dasselbe Symbol kann von einer Person zur anderen sehr unterschiedlich sprechen.

Zuerst persönlich

Dasselbe Symbol sagt nicht jedem dasselbe. Das Wasser, das in deinen Träumen wiederkehrt, kann deine Gefühle beschwören, eine Meereserinnerung, eine Angst zu ertrinken oder im Gegenteil eine große Ruhe. Bevor du in einem Buch nach einem Sinn suchst, frag dich, was dieses Bild in dir weckt, was es von deiner Geschichte berührt. Der Traum spricht zuerst deine intime Sprache.

Geteilte Bilder

Jung bemerkte dennoch, dass manche Bilder durch Kulturen und Epochen wiederkehren, die Mutter, der Schatten, der alte Weise, die Überquerung des Wassers. Er verband sie mit dem kollektiven Unbewussten, jenem gemeinsamen Bildergrund der Menschheit. Ein Traumsymbol hält sich so zwischen zwei Ufern, deinem persönlichen Leben auf der einen Seite, diesen großen geteilten Motiven auf der anderen, die ihm seine Tiefe verleihen.

Ein Symbol lesen, ohne es zu erstarren

Um an einem Symbol zu arbeiten, halte es lebendig, statt es in einer Definition einzuschließen. Kehr zur Szene zurück, zur Emotion, die sie trug, zu den Worten, die dir spontan kommen. Du kannst mit dem Bild ins Gespräch kommen, es dir vorstellen, wie es dir antwortet. Der richtige Sinn ist der, der in dir klick macht, der eine Ecke deines Lebens erhellt, ein Spiegel, nie ein aufgezwungenes Etikett.

Quellen

  • Carl Gustav Jung, Der Mensch und seine Symbole (1964)
  • Sigmund Freud, Die Traumdeutung (1900)