Glossar Träume

REM-Schlaf

Der REM-Schlaf (englisch rapid eye movement), auch paradoxer Schlaf genannt, ist die Schlafphase, in der die lebhaftesten und erzählerischsten Träume auftreten. 1953 von Aserinsky und Kleitman entdeckt, verdankt er seinen Namen dem Kontrast dieses Zustands, das Gehirn ist fast so aktiv wie im Wachzustand, während die Körpermuskeln entspannt sind und nur die Augen sich schnell unter den Lidern bewegen. Er kehrt zyklisch durch die ganze Nacht wieder.

Ein träumendes Gehirn, ein ruhender Körper

Während des REM-Schlafs geschieht etwas Überraschendes, dein Geist belebt sich mit Bildern und Geschichten, als wärst du wach, während dein Körper tief in Ruhe bleibt. Diese Muskelentspannung schützt dich, sie hindert dich daran, dich im Takt deiner Träume zu bewegen. Genau dieses Doppelgesicht, ein brodelndes Inneres und ein reglos-äußeres, verschafft dieser Phase den Namen paradox.

Warum er für Träume zählt

Die meisten Träume, an die du dich morgens erinnerst, stammen aus dieser Phase. Hier webt das Gehirn seine reichsten Erzählungen, seine Szenenbilder, seine Emotionen. Möchtest du deine Träume festhalten, ist das Aufwachen am Ende eines REM-Schlafzyklus der günstigste Moment. Ein Tagebuch auf dem Nachttisch hilft, diese Bilder einzufangen, bevor sie verblassen.

Der Rhythmus deiner Nächte

Deine Nacht ist nicht aus einem Guss, sie schreitet in Zyklen von etwa neunzig Minuten voran und wechselt Tiefschlaf und REM-Schlaf ab. Im Verlauf der Stunden verlängern sich die Traumphasen, sodass die längsten, die reichsten, oft am frühen Morgen kommen. Deshalb wachst du manchmal mitten im Traum auf, kurz vor der Morgendämmerung.

Quellen

  • Eugene Aserinsky, Nathaniel Kleitman, Regularly Occurring Periods of Eye Motility, and Concomitant Phenomena, During Sleep (1953)
  • J. Allan Hobson, The Dreaming Brain (1988)