Kristallelixier
Ein Kristallelixier ist ein Wasser, in dem ein Stein geruht hat oder vor dem er präsentiert wurde, um ihm laut der steinheilkundlichen Tradition den Abdruck des Minerals zu übertragen. Mittelalterliche Lapidare bereiteten bereits solche Edelsteinwasser zu. Die moderne Methode bevorzugt die indirekte Infusion, der Stein ruht in einem separaten Glasgefäß, weil sich manche Minerale im Wasser lösen oder Elemente wie Kupfer oder Aluminium abgeben.
Eine sehr alte Tradition
Einen Edelstein in Wasser oder Wein ruhen zu lassen, ist eine Geste, die sich in mittelalterlichen Lapidarien findet und deren Rezepte George Frederick Kunz in seinem großen Inventar der mit Steinen verbundenen Vorstellungen gesammelt hat. Die Tradition schreibt dem Elixier die Qualität des Steins zu, der es berührt hat, ein Rosenquarzwasser bringe Sanftheit, ein Amethystwasser die Ruhe des Abends.
Die richtige Geste
Hier entscheidet die Mineralogie über die Methode. Quarz und seine Varietäten (Amethyst, Citrin, Rosenquarz) sind hart und unlöslich, sie können das Wasser berühren. Viele andere Steine dagegen nicht, Selenit löst sich langsam auf, Malachit gibt sein Kupfer ab, Pyrit läuft an. Der Praxisreflex ist also die indirekte Infusion, der Stein ruht in einem leeren kleinen Glas, mitten in einer Wasserschale platziert, ohne die Flüssigkeit je zu berühren. So bewahrst du das ganze Ritual, und deinen Stein gleich mit.
Quellen
- , The Curious Lore of Precious Stones (1913)
- , Manual of Mineral Science (2007)