Mondkalender · Widder · Feuer

Neumond im Widder.

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Ein Neumond im Widder entsteht, wenn Sonne und Mond sich im Zeichen Widder treffen, ungefähr einmal im Jahr. Der nächste fällt auf den 7. April 2027. Die Tradition liest ihn als einen Moment der Aussaat im Register des Zeichens: Der erste Schwung des Tierkreisjahres, ein Samen der Kühnheit, gepflanzt im Körper des Verlangens selbst.

Was diese Mondphase färbt

Der Tierkreis beginnt hier von Neuem. Der Neumond im Widder fällt kurz nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche, wenn das Licht gerade wieder die Oberhand gewinnt: Er ist der Same aller Samen, der Nullpunkt des Zyklus. Der Widder ist kardinales Feuer, das Zeichen, das das Rad öffnet, und das erste Haus, das des Körpers, des Schwungs, der Art, wie man in die Welt tritt. Was du unter diesem Himmel säst, muss nicht vernünftig sein, nicht einmal besonders klar umrissen: Es muss lebendig sein. Eine Lust, die dich das Kinn heben lässt, ein Projekt, das dir ein wenig Angst macht, ein „ich fange an“, das du seit Monaten aufschiebst. Die Tradition liest in dieser Mondphase den Moment der reinen Initiative: Jan Spiller verbindet sie mit Mut, Unabhängigkeit, der Kunst, sich selbst in Bewegung zu setzen, ohne auf Erlaubnis zu warten. Die Stimmung ist offen, manchmal schroff: Das kardinale Feuer verhandelt nicht, es bricht auf. Es ist eine Energie des Aufbruchs mehr als der Ausdauer, und das ist gut so: Neumonde verlangen nicht, dass du fertig wirst, sie verlangen, dass du die erste Geste wagst. Wenn etwas in dir scharrt, ist jetzt der Moment, ihm die Tür zu öffnen, und sei es nur einen Spalt breit. Eine gesendete E-Mail, eine Anmeldung, eine erste Seite: Der Widder beurteilt nicht die Größe des Schritts, nur seine Offenheit.

Ein Ritual, um ihn willkommen zu heißen

Wähle nur eine einzige Absicht, nicht drei: Der Widder liebt die Spitze, nicht den Fächer. Schreib sie in der Gegenwart, in einem kurzen Satz, wie einen Startschrei („ich beginne mit X“). Gib ihr dann innerhalb von vierundzwanzig Stunden einen Körper: eine körperliche Geste, und sei sie noch so klein, die den ersten Schritt greifbar macht. Geh zügig draußen spazieren und wiederhole den Satz innerlich, spüre deine Füße, deinen Atem, die aufsteigende Wärme. Leg den Satz bei der Rückkehr an einen Ort, wo du ihn zwei Wochen lang, bis zum Vollmond, jeden Morgen siehst. Sonst nichts: ein Same, ein Schritt, das ist das ganze Ritual.

Drei Fragen für dein Tagebuch

  1. Welchen Anfang schiebe ich auf, während ich darauf warte, bereit zu sein, und was würde passieren, wenn ich es diese Woche unvollkommen versuchte?
  2. Wo warte ich auf eine Erlaubnis, die mir niemand außer mir selbst geben kann?
  3. Was bringt mich schon beim bloßen Gedanken körperlich in Bewegung, und welchen Platz gebe ich dem wirklich in meinem Leben?

Und der Vollmond im selben Zeichen: Vollmond im Widder, oder der ganze Mondkalender.

Quellen

  • Jan Spiller, New Moon Astrology (Bantam, 2001)
  • Demetra George, Mysteries of the Dark Moon (HarperOne, 1992)