Mondkalender · Schütze · Feuer
Neumond im Schützen.
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Ein Neumond im Schützen entsteht, wenn Sonne und Mond sich im Zeichen Schütze treffen, ungefähr einmal im Jahr. Der nächste fällt auf den 9. Dezember 2026. Die Tradition liest ihn als einen Moment der Aussaat im Register des Zeichens: Im dunkelsten Moment des Jahres wird eine Richtung gepflanzt, etwas Weites, etwas Sinnhaftes, ein eigener Horizont.
Was diese Mondphase färbt
Der Bogen spannt sich mitten im Dezember, wenn die Nächte am längsten sind: Der Neumond im Schützen hat etwas von einem Lagerfeuer mitten im Winter, eine Flamme, die Geschichten vom Aufbruch erzählt. Veränderliches Feuer, das Zeichen des neunten Hauses: die Reisen, das erweiternde Studium, die Philosophie, die man sich baut, der Sinn, den man dem Rest gibt. In Schütze zu säen heißt, eher eine Richtung als ein Ziel zu pflanzen: Das genaue Reiseziel zählt weniger als der Winkel des Schwungs. Ein schützischer Same gleicht einem noch nicht gekauften Flugticket, einer entdeckten Ausbildung, einer endlich gestellten Grundsatzfrage („wohin gehe ich eigentlich?“), einem wiederzubelebenden Glauben, ganz gleich in welcher Form. Die Stimmung dieser Mondphase ist optimistisch, weitläufig, leicht übertrieben: Alles scheint möglich, und das ist zugleich seine Magie und seine Falle. Veränderliches Feuer entflammt schnell und wechselt gern das Ziel; die Tradition empfiehlt daher, hier eine Vision zu säen und die Etappen den kommenden Erd-Neumonden zu überlassen. Jan Spiller verbindet diesen Neumond mit Abenteuer und der Suche nach Wahrheit: weiter sehen als die Kulisse des eigenen Lebens. Nutze den Höheneffekt dieser wenigen Tage, um dein Jahr wie eine aufgefaltete Karte zu betrachten: Wo ist Norden? Welche Richtung würde, wenn du sie jetzt einschlägst, selbst den Umwegen einen Sinn geben? Genau diesen Pfeil gilt es aufzulegen.
Ein Ritual, um ihn willkommen zu heißen
Falte eine Karte auf, real oder imaginär: die der Welt, deiner Region, oder deines Lebens in fünf Jahren. Leg deinen Finger auf einen Punkt, der dich ruft, ohne dass du genau weißt warum, und schreib zehn Zeilen darüber, was dieser Punkt bedeutet: einen Ort, aber vor allem eine Version von dir. Formuliere dann deine Absicht als Richtung („ich gehe in Richtung ...“), niemals als abzuhakendes Kästchen. Geh dann weiter spazieren als sonst, bis zu einem Ort, von dem aus der Blick weit reicht: ein Hügel, eine Brücke, das Ende einer offenen Straße. Schau eine ganze Minute lang in die Ferne. Der Schütze sät mit dem Blick am Horizont.
Drei Fragen für dein Tagebuch
- Wenn mein Leben fünf Jahre lang genau auf seiner jetzigen Bahn weiterginge, würde ich irgendwo ankommen, wo ich hinwill?
- Welche ererbte Überzeugung (Familie, Milieu, Zeit) habe ich übernommen, ohne sie je selbst zu prüfen?
- Was würde meine Welt in den nächsten sechs Monaten erweitern: ein Ort, ein Buch, eine Sprache, eine Begegnung?
Weitere Fragen warten auf dich auf der Schreibseite des Neumond.
Und der Vollmond im selben Zeichen: Vollmond im Schützen, oder der ganze Mondkalender.