Tarot und Psychologie
Tarot und Psychologie treffen sich rund um den Begriff des Archetyps, entwickelt von Carl Gustav Jung, die Figuren des Tarots würden universelle Muster der Psyche verkörpern (die Mutter, den Weisen, den Schatten). In diesem Ansatz funktioniert die Legung durch Projektion, die Bilder dienen als Träger für das, was die Person darauf legt, und die Legung wird zum Werkzeug der Selbsterkundung, ein Spiegel, nie ein Urteil.
Jung und die Archetypen
Carl Gustav Jung hat keine Abhandlung über das Tarot geschrieben, sah aber in seinen Bildern Darstellungen von Archetypen, jenen Mustern, die alle Kulturen erzählen. Sallie Nichols hat diese Intuition Karte für Karte ausgearbeitet, der Weg der Großen Arkana wird so zu einem Individuationsweg, der Bewegung, durch die du nach und nach wirst, wer du bist.
Die Projektion als Rohstoff
Betrachtest du eine Karte, siehst du nie genau das, was eine andere Person sähe. Was das Bild in dir weckt, ist deine eigene Geschichte, die sich erzählt. Der psychologische Ansatz nimmt diesen Mechanismus voll auf, die Karte ist eine Bildschirmfläche, auf der sich dein Inneres projiziert, und genau dort setzt die Legung an.
Der Forer-Effekt, eine nützliche Geschichte
Im Jahr 1948 gab der Psychologe Bertram Forer seinen Studierenden ein angeblich individuelles Persönlichkeitsbild, alle erhielten in Wirklichkeit denselben Text, und fast alle erkannten sich darin wieder. Diese Geschichte erinnert daran, dass allgemeine Sätze uns immer zu beschreiben scheinen. Statt das Tarot zu entwerten, lädt sie zur Präzision ein, was zählt, ist nicht, dass die Karte dir ähnelt, sondern was du konkret in ihr erkennst.
Quellen
- , Jung and Tarot: An Archetypal Journey (1980)
- , Tarot for Your Self (1984)