Glossar Handlesekunst

Kopflinie

Die Kopflinie ist die mittlere Linie der Handfläche, die zwischen Daumen und Zeigefinger beginnt und die Hand zum gegenüberliegenden Rand durchquert. Die chiromantische Tradition liest darin die Funktionsweise des Geistes, die Art zu denken, zu entscheiden, sich vorzustellen. Eine gerade Linie deutet auf einen praktischen Verstand, eine nach unten geneigte Linie auf ein eher fantasievolles Denken. Sie spricht vom mentalen Stil, nie vom Intelligenzgrad.

Wo du sie findest

Die Kopflinie durchquert die Mitte der Handfläche. Sie entsteht zwischen Daumen und Zeigefinger, oft verbunden mit dem Anfang der Lebenslinie, löst sich dann und richtet sich zum gegenüberliegenden Handrand. Je nach Hand bleibt sie gerade, sinkt sanft zum Handgelenk oder hält auf halbem Weg an.

Was die Tradition darin liest

Cheiro und Benham lasen darin den Stil des Geistes, eine gerade Linie spräche von konkretem, organisiertem, auf das Reale ausgerichtetem Denken, eine Linie, die zum Mondhügel absinkt, von fruchtbarer Vorstellungskraft, angezogen von Traum und Schöpfung. Ein mit der Lebenslinie verbundener Anfang deutet auf Vorsicht, ein getrennter Anfang auf geistige Unabhängigkeit.

Ein Stil, nie eine Note

Behalte eines im Kopf, diese Linie misst nichts, weder Intelligenz noch Erfolg. Sie zeichnet eine Denkweise, wie eine Handschrift, die dir gehört. Frag dich, ob du deinem mentalen Stil genug Raum gibst, deine Handfläche bietet dir einfach einen Spiegel der Art, wie dein Geist gern arbeitet.

Quellen

  • Cheiro, Cheiro’s Language of the Hand (1894)
  • William G. Benham, The Laws of Scientific Hand Reading (1900)